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Manfred Dreher: Vorteile von Nassbettklebstoffen gegenüber Haftklebstoffen


Auf Baustellen sind Bodenleger tagtäglich mit der Frage konfrontiert, mit welchen Klebstoffen oder Klebeverfahren (Nassbett-/ Halbnass- oder Haftklebeverfahren) die ausgewählten Bodenbeläge sicher und langhaltend verlegt werden können. Ausschlaggebend für die richtige Wahl des Klebstoffs und der passenden Verfahren sind vor allem die Bodenbeläge selber, die zu erwartende Beanspruchung sowie die Untergrundbeschaffenheit. Des Weiteren müssen Klebstoffe gemäß den Normen und Regelwerken so beschaffen sein, dass durch sie eine feste und dauerhafte Verbindung erreicht wird und die Bodenbeläge und der Untergrund nicht nachträglich beeinflusst werden.

Der Hintergrund
Schäden oder Mängel infolge
einer mangelhaften Verklebung

Häufig werden z. B. Fugen- oder Stippnahtbildungen nach der Verlegung oder deutlich sichtbare Eindrücke nach Belastung der Bodenbeläge bemängelt. Der Grund hierfür ist oftmals, dass der Klebstoff auf einer zu großen Fläche aufgetragen wird und die Beläge nicht innerhalb der "offenen Zeit" des Klebstoffs eingelegt und angerieben werden. Infolgedessen findet keine ausreichende Benetzung der Belagsrückseite und somit nur eine Haftverklebung statt.

Haftverklebungen lassen jedoch im Vergleich zu Nassbettverklebungen ein deutlich höheres Maßänderungsverhalten der Bodenbeläge zu, hieraus können Fugen- oder Stippnahtbildungen resultieren. Weiterhin werden die Klebstoffriefen bei einem zu späten Einlegen und Anreiben des Belagmaterials nicht mehr zerdrückt. Bei nachträglichen Belastungen, etwa durch Stuhlrollen, kann es deswegen zu einem erhöhten Resteindruckverhalten kommen.

Mein Tipp
Verklebung der Bodenbeläge
im Nassbett- oder Halbnassverfahren

Stehende Klebstoffriefen können bei der Verlegung zum Problem werden: In diesem Verlegefall kam es zu keiner Belagsbenetzung mit dem Klebstoff.
Kein Bauherr wird derartige Stippnahtbildungen in der Fläche akzeptieren.
Anwendungstechniker Manfred Dreher

Leiter Anwendungstechnik Fußboden und Parkett
Kiesel Bauchemie
GmbH u. Co KG
Wolf-Hirth-Str. 2
73730 Esslingen
Tel.: 07 11 / 931 34 353
Fax: 07 11 / 931 34 364
E-Mail: dreher@kiesel.com

Tätigkeitsfeld:
-technische Beratung von Kunden
-Leitung und Durchführung von technischen Seminaren
-Einweisung der Kunden bei der Verarbeitung der Produkte
-Erstellung von Verlegeempfehlungen
-Mitarbeit bei Produktmodifikationen und Produktneuentwicklungen
-Erstellung, Unterhalt und Prüfung technischer Merkblätter und Etikettentexte
-Bearbeitung von Beanstandungen

Vita:
-1980 – 1983 Ausbildung zum Raumausstatter
-1983 – 1993 Geselle als Raumausstatter
-1993 Meisterprüfung zum Raumausstattermeister
-1997 Meisterprüfung zum Parkettlegermeister
-1997 – 2007 Anwendungstechniker bei Kiesel
-seit 2007 Leiter der Anwendungstechnik Fußboden und Parkett bei Kiesel

Um eine optimale und langhaltende Verklebung zu erzielen, ist es ratsam, die Bodenbeläge im Nassbett- oder Halbnassverfahren zu verkleben. Vorteil bei der Nassbettverklebung ist, dass die Beläge in ein nasses, frisches Klebstoffbett eingelegt und angerieben werden. Hierdurch wird gewährleistet, dass eine optimale und vollflächige Benetzung der Belagsrückseite sowie eine Zerdrückung der Klebstoffriefen stattfinden.

Voraussetzung für das Verlegen der Bodenbeläge im Nassbettverfahren ist jedoch, dass die Untergründe ausreichend saugfähig (mindestens 2 mm dick) gespachtelt vorliegen müssen. Die Hinweise und Angaben der Klebstoff- und Belagshersteller sind in jedem Fall zu beachten. Haftverklebungen sollten nur in Verbindung mit maßstabilen Bodenbelägen ausgeführt werden.

Vorteile der Nassbettverklebung:
-optimale Klebewerte (die normativen Anforderungen werden erfüllt)
-Reduzierung des Maßänderungsverhaltens der Bodenbeläge, d. h. keine oder nur minimale Stippnaht- oder Fugenbildungen
-kein erhöhtes Resteindruckverhalten infolge stehender Klebstoffriefen

aus FussbodenTechnik 02/18 (Handwerk)