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Weinig-Gruppe: Deutliche Zuwächse bei Auftragseingang und Umsatz

Anhaltende Investitionslaune bei Holzbearbeitungsmaschinen

Die Lage des deutschen Maschinenbaus ist hervorragend. Seit den 70er Jahren hat es nicht mehr so starke Zuwächse gegeben wie zur Zeit, berichtete Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender der Weinig-Gruppe. Weinig konnte im vergangenen Jahr Umsatz und Auftragseingang deutlich erhöhen. Außerdem startete der Hersteller von Maschinen zur Massivholzbearbeitung mit einem Rekordquartal ins Jahr 2007. Die Messe Ligna, die Anfang Mai in Hannover stattfand, dürfte für ein Fortschreiben der positiven Entwicklung sorgen: Der Messeumsatz erhöhte den Auftragseingang um 40% auf 290 Maschinen.

Volle Auftragsbücher und lange Lieferzeiten sind derzeit bei den Maschinenherstellern an der Tagesordnung. So auch bei Weinig, dem führenden Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Massivholzbearbeitung. Das Unternehmen aus Tauberbischofsheim verzeichnete 2006 einen Anstieg des Auftragseingangs um rund 15% auf 402 Mio. EUR, was dem höchsten Auftragseingang seit etlichen Jahren entspricht. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte hatte sich diese im Maschinenbau wichtige Kennziffer deutlich besser entwickelt als erwartet. Der Umsatz der Weinig-Gruppe erhöhte sich 2006 um knapp 5% auf 348 Mio. EUR. Das Ergebnis vor Ertragssteuern wurde mit 27 (2005: 28) Mio. EUR beziffert.

Erfolgreiche Ligna 2007

Die im Jahr 2006 eingegangenen Aufträge führten zu einer guten Beschäftigung im aktuellen Geschäftsjahr und ließen das erste Quartal 2007 für die Weinig-Gruppe zum erfolgreichsten ersten Quartal der Unternehmensgeschichte werden. Und auch die kürzlich zu Ende gegangene Messe Ligna brachte Rekordzahlen: "Wir haben mit Sicherheit die bisher beste Ligna für die Weinig-Gruppe erlebt", resümierte Hundsdörfer. Die Unternehmensgruppe steigerte ihren Messeumsatz gegenüber der letzten Veranstaltung vor zwei Jahren um 40%. "Wir haben insgesamt 290 Maschinen verkauft und ich bin mir sicher, dass in den nächsten Wochen noch ein starkes Nachmessegeschäft zu erwarten ist", erklärte der Firmenchef weiter.

Verantwortlich für die aktuell gute Entwicklung machte Hundsdörfer unter anderem die starke Nachfrage nach Maschinen in West- und Osteuropa sowie in einigen Schwellenländern. Darüber hinaus beobachtet er wieder ein steigendes Kaufinteresse im Inland.

Gleichzeitig warnte der Vorstandsvorsitzende vor einem möglichen Abflauen der US-Konjunktur - auch wenn die europäischen Anlagenbauer schon lange nicht mehr so abhängig von nordamerikanischen Kunden seien wie in der Vergangenheit. Ein Platzen der Immobilienblase würde die Bauwirtschaft in den USA nachhaltig beeinflussen und sich damit direkt auf Weinig und andere Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen auswirken. Probleme für die zukünftige Entwicklung sieht Hundsdörfer auch durch den starken Wettbewerb aus Taiwan bzw. China und durch das derzeit für den Export ungünstige Währungsverhältnis zwischen Euro und US-Dollar.

Kompetenzfeld Fußboden

Weinig setzt für die Zukunft auf eine zielgruppenorientierte Marktbearbeitung. Hier werden insgesamt sieben Geschäftsfelder für den Konzern von strategischer Bedeutung sein: Fensterfertigung, Handwerk, Holzhausbau, Massivholzmöbelherstellung, Sägewerke, Spezialanwendungen und Fußbodenfertigung. Genaueres - insbesondere für das "Kompetenzfeld Fußboden" - wird in den nächsten Monaten mitgeteilt.

Michael Weinig AG
"Wir haben mit Sicherheit die bisher beste Ligna für die Weinig-Gruppe erlebt", resümierte der Vorstandsvorsitzende Rainer Hundsdörfer.

Komplexere Maschinen

Über alle Geschäftsfelder betrachtet, interessieren sich die Kunden der Weinig-Gruppe verstärkt für komplexe Maschinenlösungen statt der herkömmlichen Standardmaschinen. Dabei bleiben "Maschinenleistung" und - angesichts stetig steigender Holzpreise - "Holzoptimierung" die wichtigsten Themen. Neben Kostenoptimierung im unteren Preissegment will Weinig insbesondere mit Neuheiten im High Tech-Bereich auf sich aufmerksam machen. Im "Innovationsforum" im Rahmen des Ligna-Messeauftritts zeigten die Maschinenbauer rund 1.500 Fachbesuchern ihre jüngsten Ideen.

Im Mittelpunkt der Vorführungen stand die Kehlmaschine "Multipower", die Werkstücke nicht nur längs, sondern auch quer bearbeiten kann. Dahinter steht ein neues Maschinenkonzept, bei dem die Querprofilierung an der linken Spindel erfolgt. Hierfür steht ein schwenkbarer Tisch zur Verfügung, der sich bis zu 60 schwenken lässt, so dass auch Gehrungsprofile gefräst werden können. Die fertige Maschine soll auf der Hausmesse "InTech 07" gezeigt werden, die vom 24. bis 26. Oktober stattfindet. Mit der neuen Kehlmaschine richtet sich Weinig an seine Stammkundschaft aus dem Handwerk. Die Kombination der komplexen Funktionen Längs- und Querbearbeitung ermöglicht aus Weinig-Sicht die wirtschaftliche Herstellung einer Vielfalt von Produkten in Handwerksbetrieben. In den nächsten Wochen sollen drei ausgesuchte Betriebe die neue Maschine auf Herz und Nieren im Alltagseinsatz testen.

Ebenfalls noch im Entwicklungsstadium ist bei Weinig das "Dendrolight"-System. Dahinter steht eine neuartige, massive Leichtbauplatte, die sich aus der Seitenware von Rundholz zusammensetzt. Die Pilotanlage für die "Dendrolight"-Platten soll im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden.

Neue Hochleistungs-Kappsäge

Bereits Mitte Januar hatte die Unternehmenstochter Dimter einem internationalen Fachpublikum die nach Unternehmensangaben schnellste Zuschnittanlage der Welt präsentiert. Die Kapplinie besteht aus drei "Dimter OptiCut 450 Quantum", die gleichzeitig beschickt werden können. Ein vorgeschalteter Scanner versorgt bei einer Vorschubgeschwindigkeit von mehr als 200 m/min alle drei Maschinen mit den jeweiligen Holzdaten. Zudem kann für die Anlage eine komplette Fernwartung eingerichtet werden. Mit Hilfe verschiedener Überwachungstools lässt sich die Funktion aller Stationen auf der über 200 qm großen Anlagenfläche abfragen. So kann ein gezielter Serviceeingriff erfolgen, der häufig den Einsatz des Monteurs erspart.

aus ParkettMagazin 03/07 (Wirtschaft)