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Interview mit Geschäftsführerin Katharina Prinz

"Umsatz innerhalb von sieben Jahren verdoppeln"

Im Rahmen eines Strategiegespräch hat die Carl Prinz GmbH mit einer verjüngten Führungsmannschaft vor wenigen Wochen die Zeichen auf Wachstumskurs gestellt. Inflationsraten, steigende Rohstoffkosten, wachsender logistischer Aufwand und zahlreiche andere Parameter einkalkuliert, entspricht dieses Wachstum einem Anstieg von jährlich rund 10%. Läuft alles nach Plan, wird der Profilsystem-Spezialist aus Goch seinen Umsatz bis zum Jahr 2014 nahezu verdoppeln. Wie ambitioniert diese Vorgabe ist, erläutert Geschäftsführerin Katharina Prinz.

FussbodenTechnik: Liegen die hohen Erwartungen überproportional über der Entwicklung der vergangenen Jahre?

Katharina Prinz: Wir sind ein ausgesprochen vitales Unternehmen mit hoher Innovationskraft. Vielleicht haben uns auch deshalb die rezessiven Tendenzen der letzten zehn Jahre entgegen dem Markttrend nicht erreicht. Stattdessen wachsen wir schon seit einiger Zeit im Umsatz auf diesem Niveau. Insofern haben wir nur festgeschrieben, was sich realistisch aus der bisherigen Marktentwicklung abgezeichnet hat.

FT: Durch welche Maßnahmen wollen Sie die vorgegeben Ziele erreichen?

Prinz: Unser zentrales Verkaufsinstrument sind Innovationen. Ein Mechanismus wird daher sein, das Geschäft bei bestehenden Kunden mit neuen Produkten auszudehnen. Schon jetzt liegen uns von einigen großen Kundengruppen, mit denen wir zusammenarbeiten, feste Zusagen für ein neues Produktsortiment vor, das unmittelbar vor der Marktreife steht. Insofern können wir mit neuen Produkten, die unser bestehendes Portfolio sinnvoll ergänzen, bei bestehenden Kunden wachsen. Ein zweites Instrument ist die Akquise neuer Kunden und in neuen Märkten.

FT: Welche Bedeutung spielen in diesem Zusammenhang Mitarbeiterschulungen?

Prinz: Getreu unserer Firmenphilosophie sind unsere Vertriebsmitarbeiter allesamt kompetente Fachberater im Außendienst. Um sie stets mit dem Stand der Technik auf Augenhöhe zu halten, laden wir sie alle zwei Monate zu einer mehrtägigen Verkaufstagung nach Goch ein, wo sie intensiv an allen Technologien und Systemen geschult werden. Großen Wert legen wir allerdings darauf, dass sie in Arbeitskleidung erscheinen, um unsere Produkte selbst verlegen zu können. Uns interessiert aber nicht ausschließlich das Profil, sondern auch das Produktumfeld - die Teppichböden, Parkettarten und das Laminat. Diesen Aufwand betreiben wir, damit unsere Leute wirklich kompetente Gesprächspartner für ihre Kunden sind.

Carl Prinz GmbH & Co. KG
Prinz-Geschäftsführerin Katharina Prinz führt das fast 120 Jahre alte Familienunternehmen mit Stammsitz in Goch.

FT: In welchen Märkten erwarten Sie die spannendsten Umsatzentwicklungen?

Prinz: Generell wollen wir in allen europäischen Zielmärkten wachsen. Gespannt verfolgen wir derzeit aber beispielsweise die Nachfrageentwicklung in Rumänien. Nachdem wir dort unsere ersten Aktivitäten gestartet haben, gilt es zunächst uns dort fest zu etablieren. Auf Sicht aber wollen wir das Geschäft nach bulgarischem Vorbild, wo wir schon seit Jahren sehr erfolgreich operieren, gezielt ankurbeln. Außerdem werden wir verstärkt in Auslandsunternehmen angrenzender Staaten wie Österreich, Schweiz und Niederlande investieren.

FT: Das heißt, Sie werden den Export intensivieren?

Prinz: Das ist ein wichtiger Baustein in unserem Konzept. Aktuell liegt die Exportquote bei etwa 25%. Parallel zu unserem 7-Jahresplan streben wir aber danach, in 2014 etwa 30% mit dem Export zu generieren.

FT: Welche Rolle übernehmen Kooperationen mit der Belagindustrie in Ihrer Strategie?

Prinz: Gerade im Export sind solche Kooperationen sehr wichtige und günstige Konstellationen. Bei neuen Markteintritten suchen wir uns zunächst zuverlässige Partnerunternehmen. Das können Leithändler, Importeure oder auch Großhändler sein. Wesentlich effizienter ist es aber gerade im Ausland, mit Industriekunden zusammenzuarbeiten. Wir gehen diesen Weg beispielsweise in Frankreich, mit einem Laminatboden-Hersteller aus dem Elsass. Im Holzbereich verlaufen solche Partnerschaften ausgesprochen fruchtbar. Im textilen Segment funktioniert dieses Prinzip leider überhaupt nicht.

aus FussbodenTechnik 05/07 (Wirtschaft)