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Martin Wartig - Persönlichkeit des Jahres 2017

Martin Wartig

Ein Glücksfall für den VDB


Im April letzten Jahres endete eine Ära beim Verband der Bettenfachgeschäfte (VDB): Martin Wartig übergab sein Amt als Präsident des Verbandes an Marc Böhle, die Präsidentschaft wechselte nach 15-jähriger Amtszeit vom Süden in den Norden der Republik. In dieser Zeit führte Wartig den Verband gemeinsam mit der Geschäftsführung durch mitunter recht bewegte Zeiten. Für seine Verdienste um die Branche und den Verband zeichnet ihn die Jury als „Persönlichkeit des Jahres” aus.

Es war Martin Wartig nicht in die Wiege gelegt, eines Tages Präsident eines Verbandes zu werden. Ursprünglich beabsichtigte er, etwas Handfestes zu lernen und wurde Metzgermeister. Durch seine damalige Frau, deren Vater in Memmingen zwei Bettengeschäfte führte, kam er 1983 in die Branche. Offenbar fiel es ihm nicht schwer, sich von dem doch sehr handfesten Beruf des Metzgers auf das etwas feinsinnigere Metier des Handels mit bunter Bettwäsche und luftigen Bettwaren einzulassen. Schließlich erfordern auch Matratzen einen festen Griff, den Wartig sich über all die Jahre bewahrt hat.

Martin Wartig
Martin Wartig
Sein Verband attestiert ihm, in seiner Arbeit durch und durch Händler zu sein, der stets auf der Suche nach Optimierungen ist. Zunächst führte Wartig zwei Geschäfte in Memmingen: Betten Maier in der Innenstadt und das Fachmarkt-Konzept Amendinger Bettenstadl am Rande der Stadt. Doch dann musste er aus baulichen Gründen das innerstädtische Geschäft aufgeben und sich auf das zweite Geschäft konzentrieren. Infolgedessen wurde das Fachmarktkonzept aufgewertet zum Fachgeschäft Schlummerland. Auf diese Weise gelang es ihm, die Kunden aus der Innenstadt in die Randlage zu holen, ohne die Kunden des Fachmarktes zu verlieren – nicht zuletzt durch eine zielgruppenadäquate Ansprache und Beratung. Dafür wurde das gesamte Verkaufsteam entsprechend intensiv geschult. Im Jahr 2012 erhielt das Unternehmen für diese Leistung den Haustex Star in der Kategorie „Vorbildliche Mitarbeiterqualifizierung.”

Lange Jahre war das Unternehmen Mitglied des damaligen Bettenkreises. Schon der Schwiegervater war Mitglied des Verbandes. Doch dann gehörte auch Wartig zu dem Kreis von Einzelhändlern, die mit diesem Verband nicht mehr so recht klar kamen. Statt zur neu gegründeten Ambra zu wechseln, entschloss er sich 2003 aber stattdessen, sich dem Bettenring anzuschließen. „Das hatte vor allem regionale Gründe, der Bettenring lag mir einfach näher”, erinnert sich Wartig. Er sollte diesen Schritt nie bereuen. Er wurde sofort als Mitglied akzeptiert und im darauf folgenden Jahr in Meschede in den Aufsichtsrat gewählt. Dort fungierte er anfangs vor allem als integrierende Person für die Mitglieder, die mit ihm zum Bettenring gekommen waren. Er zeichne sich als abwägender, immer konstruktiv handelnder Partner aus, der loyal zu seinen Kollegen stehe, heißt es anerkennend aus dem Bettenring.

Bei der Wahl ins Bettenring-Präsidium spielte sicherlich auch die Tatsache eine Rolle, dass er dem VDB seit 2001 als Präsident vorsaß. Zu diesem Amt sei er fast wie die Jungfrau zum Kinde gekommen, erzählt er bescheiden. Seine Amtsvorgängerin schied nach einen Jahr überraschend aus dieser Position aus, und Wartig, der zu diesem Zeitpunkt bereits länger Präsidiumsmitglied war, ließ sich mit sanftem Druck dazu überreden, in die Vakanz zu schlüpfen. „Ich habe mich nicht drum gerissen, wollte aber auch nicht lange herum eiern”, schildert Wartig in seiner gewohnt zurückhaltend-humorigen Art.

Die Wahl Wartigs habe sich als Glücksfall erwiesen, erzählt Jürgen Dax, Hauptgeschäftsführer des BTE. Mit seiner absolut geraden und ehrlichen Art sei es ihm als Präsidenten gelungen, allseits auf Akzeptanz zu stoßen, in einem Unternehmensverband mit sehr unterschiedlichen Charakteren wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Dazu beigetragen haben ohne Zweifel sein Humor und sein etwas rauher, aber sehr herzlicher bayerischer Charme.

Seine ausgleichenden und integrativen Fähigkeiten kamen zuletzt zum Tragen, als er es im vergangenen Jahr gemeinsam mit anderen Kollegen schaffte, den VDB für den MZE zu öffnen. Dem Vernehmen nach für manches Mitglied keine leichte Entscheidung, die aber sicherlich im übergeordneten Interesse des Verbandes und der Bettenfachhandelsbranche liegt.

Wartig erinnert sich, dass die Situation im Bettenhandel zu Beginn seiner Präsidentschaft nicht leicht war, sich die Lage dann aber stetig aufwärts bewegte. Im Großen und Ganzen hat ihm die Zeit als Verbands-Präsident auch Freude bereitet. Vor allem die Chance, sich mit sehr kompetenten Kollegen im Präsidium regelmäßig austauschen zu können, hat er nach eigenem Bekunden sehr genossen. „Die Zeit war für mich und meine Arbeit als Einzelhändler sehr lehrreich, ich möchte sie nicht missen. Sie hat mich sehr geprägt. Aber ich hatte mit Jürgen Dax und Axel Augustin auch zwei hervorragende Geschäftsführer an meiner Seite. ”

Jetzt, rund ein dreiviertel Jahr nach seinem Abschied von der Präsidentschaft, vermisst er sogar ein wenig die Chance, Feedback zu seiner Tätigkeit als Einzelhändler einzuholen. Aber so ganz ist er ja nicht raus aus dem Verband. Als Ehrenpräsident hat er nach wie vor Zugang zum VDB-Präsidium, und diese Chance möchte er in Zukunft auch gerne nutzen.



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