Beschreibung
Zur Beseitigung unangenehmer, jedoch durchweg ungefährlicher elektrostatischer Aufladungen (Elektrostatische Aufladung) werden speziell im Teppichbodenbereich und bei technischen Textilien geringe Mengen Kohlenstoff- oder Metallfasern als Zumischung eingesetzt. Sie bewirken den permanenten Abbau elektrostatischer Spannungen, d.h., die elektrische Leitfähigkeit wird verbessert, z.B. Antron®, Excel® etc.
Die Ableitung der Spannung kann jedoch nur im gewünschten Ausmaß erfolgen, wenn eine leitfähige Teppichbodenbeschichtung gegeben ist.
Zurück
Beschreibung
Gattungsname für die auf chemischem Wege industriell hergestellten Spinnfasern und Filamentgarne aus natürlichen oder synthetischen Polymeren und anorganischen Stoffen. Ein Polymer (poly = viele, meros = Teilchen) ist ein auf natürliche Art entstandenes oder synthetisch hergestelltes Großmolekül, das aus einer Vielzahl von Einzelmolekülen, den sogen. Monomeren (mono = ein, meros = Teilchen) besteht. Alle Fasern bestehen aus diesen Molekülketten, pflanzliche Fasern und zellulosische Chemiefasern aus Zellulose-Molekülen, tierische Fasern aus Eiweiß-Molekülen und synthetische Chemiefasern aus synthetischen Ausgangsstoffen, spez. auf Basis Erdöl. Ausgangsstoffe für die Gruppe der anorganischen Faserstoffe werden u.a. aus Glas, Schlacke oder Metall gewonnen.
Zurück
Beschreibung
Hochelastische synthetische Chemiefasern, die zu mindestens 85% aus segmentiertem Polyurethan bestehen. Unter Einwirkung einer Zugkraft lassen sie sich auf das 6-8fache ihrer Ausgangslänge dehnen und gehen nach Aufhebung der Spannung wieder in die Ausgangsform zurück. Die hohe elastische Dehnung ist auf den besonderen Aufbau der Kettenmoleküle zurückzuführen, die aus weichen und harten Segmenten bestehen. Herstellung meist im Trockenspinnverfahren zu Multifilgarnen mit Garnfeinheiten zwischen 11-2.600 dtex, die in der Regel auch wegen der mäßigen Scheuerfestigkeit in Kombination mit anderen Fasern eingesetzt werden.
Eigenschaften: gut anfärbbar, oxidations- und lichtbeständig, gut waschbar, schnell trocknend, geringe Feuchtigkeitsaufnahme.
Faserprüfungen:
a) Brennprobe: Die Fasern schmelzen in der Nähe einer Flamme, entzünden sich sehr schnell und verbren-nen rasch.
b) Chemisches Verhalten: Gute Beständigkeit gegenüber anorganischen Säuren in geringer Konzentration. Ameisensäuren lösen die Fasern auf, konzentrierte Laugen und Chlorbleiche zersetzen die Faser.
Zurück
Beschreibung
Gruppe synthetischer Chemiefasern, deren Basis ein synthetisches Polymer mit mindestens 85% Acrylnitril ist, das durch Polymerisation gewonnen wird. Die Ausspinnung erfolgt im Naß- oder Trocken-Spinnverfahren zu Filamenten, Spinnfasern und Kabeln. Eigenschaften: Leicht, hohe Bauschkraft, weich und warm, extrem licht- und wetterbeständig, filzfrei, läuft nicht ein, geringe Neigung zu Pilling und Knitterbildung, mot-tenecht, leuchtende Farben, pflegeleicht, schnell trocknend, gute Beständigkeit gegenüber Säuren oder Lau-gen. Handelsnamen (Beispiele): Acrilan®, Courtelle®, Dolan®, Dralon®. Einsatz: Decken, Möbel- und Deko-stoffe, Teppiche, Markisen etc.
Faserprüfungen:
a) Brennprobe: Die Fasern brennen brodelnd wie Acetat, Seide oder Wolle.
b) Chemisches Verhalten: Gute Beständigkeit gegenüber Säuren und Laugen.
Zurück
Beschreibung
Gruppe synthetischer Chemiefasern, die chemisch unterschiedlich aufgebaut und eingeordnet werden und in ihren Eigenschaften nicht identisch sind. TKG: Bez. für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette eine Wiederholung der funktionellen Amidgruppen aufweist. Die größte wirtschaftliche Bedeutung erlangten bisher:
Polyamid 6: hergestellt über eine Ringöffnungsreaktion durch Polyaddition und Polykondensation aus Caprolactam (Perlon), sowie
Polyamid 6.6: hergestellt durch Polykondensation aus AH-Salz Adipinsäure und Hexamethylendiamin, auch als Nylon-Salz bezeichnet (Nylon).
Die Ausspinnung erfolgt nach dem Schmelzspinnverfahren zu Filamentgarnen, Spinnfasern, Kabeln, Flock und Folien. Eigenschaften: Pflegeleicht, sehr hohe Reiß-, Scheuer- und Biegefestigkeit, sehr strapazierfähig, universelle Anfärbbarkeit, sehr elastisch, formbeständig, knitterarm, schnell trocknend, empfindlich gegen trockene Hitze. Die Neigung zu elektrostatischer Aufladung wird durch modifizierte Typen vermindert.
Handelsnamen (Beispiele): PA 6: Perlon®, Dorix®, Enka-Nylon®, Enkalon®, Zefran®. PA 6.6: Antron®, Enka-Nylon® etc. (Nylon als Gattungsbegriff ist kein gesetzlich geschützter Markenname).
Einsatz im Filamantbereich: Als Multifil mit ca. 80% Marktanteil als BCF-Garn für den Teppichbodenbereich sowie für Gardinen etc., als Monofil für Nähseide, Drähte, Seile etc.
Einsatz im Faserbereich: Als Garne, meist in Mischung mit anderen Fasern, im Bereich der Möbel- und Dekorationsstoffe sowie für Teppichböden u.a.
- PA-Filamentgarn
Multifile Endlosgarne kommen sowohl im Teppichboden- als auch in anderen Bereichen z.T. in Form von Spezialtypen zum Einsatz (Bikomponenten-, Profilfasern etc.).
- PA-BCF-Teppichgarn
Dieses Material liegt im Verbrauch weit an der Spitze aller Teppichfasern. Eigenschaften: hohe Ver-schleißfestigkeit, gutes Wiedererholvermögen, geringe Anschmutzbarkeit, problemlose Anfärbbarkeit (differential-dyeing). Heute werden BCF-Garne überwiegend als Intermingled-Garne geliefert. Bei diesem Verfahren werden die einzelnen Filamente durch Luft oder Dampf bei hohem Druck miteinander verwir-belt (intermingled), wodurch die Textur- und Farbverteilung im Garn so verändert wird, daß durch unter-schiedliche Anfärbung, unterschiedlichen Glanz etc. völlig neuartige Garne entstehen.
- PA-Spinnfaser
Wegen der guten Abriebfestigkeit in 100% oder als Zumischung zur Wolle im Objektbereich. Strapazierfähig, hohe Bauschkraft, leichte Anfärbbarkeit (differential-dyeing), gute Lichtechtheit und gute Pflegeei-genschaften. Im Schnittpol- und Schlingenflorbereich eingesetzt.
Faserprüfungen:
a) Brennprobe: Die Fasern brennen nicht, sie schmelzen.
b) Chemisches Verhalten: Empfindlich gegen verdünnte organische Säuren, anorganische Säuren schädigen die Faser, konzentrierte Säuren lösen die Faser auf.
Zurück
Beschreibung
Gruppe synthetischer Chemiefasern; durch Polykondensation aus Terephthalsäure und dem Ester eines Ethylenglykols (Terylene-Typ) oder Dimethylolcyclohexan (Vestan-Typ) im Schmelzspinnverfahren hergestellt. TKG: Bezeichnung für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette zu mindestens 85 Gewichtsprozent aus dem Ester eines Diols mit Terephtalsäure besteht. Heute die mit Abstand größte Synthesefaser-Gruppe. Ausspinnung zu Filamentgarnen, Spinnfasern, Kabeln, Füllfasern, Monofilen und Spinnvliesen.
Lieferformen: Filamente (glatt oder texturiert), Filamenteffektgarne oder -zwirne, Spinnfasern (hpts. in Mi-schung mit Baumwolle, Wolle, Viskose im Verhältnis 70/30, 65/35, 55/45 und 50/50).
Eigenschaften: Pflegeleicht, gute Formbeständigkeit, läuft nicht ein, strapazierfähig, hohe Knitterfestigkeit, hohe Lichtbestän-digkeit, elastisch, schnell trocknend, geringe Feuchtigkeitsaufnahme, mottenecht, verrottungsbeständig, beständig gegen organische und mineralische Säuren. Eine verbesserte Anfärbbarkeit und Pillingresistenz wird durch chemische Modifikationen (Copolymere) erreicht.
Handelsnamen (Beispiele): Diolen®, Dacron®, Comfo-rel®, Quallofil®, Trevira®, Trevira® CS, Tergal®.
Einsatz: Gardinen, Haustextilien, Möbel- und Dekostoffe, Tep-pichböden etc.
- PES-Filamentgarn glatt
Wegen der hervorragenden Laufeigenschaften spez. für den Einsatz auf schnelllaufenden Wirkmaschinen geeignet, wobei eine Vielfalt von Garntypen im Hinblick auf Titer, Filamentzahl, Filamentquerschnitt, Mattierung und Glanz zur Verfügung steht. Diese Garne kommen sowohl in gedrehter als auch in unge-drehter Form, spez. im Gardinen-Bereich zum Einsatz.
- PES-Filament-texturiert
Durch das Texturieren erhalten Filamentgarne ein hohes Garnvolumen und eine gute Deckkraft sowie einen weichen Griff; sie haben ein geringes Gewicht. Texturierung hpts. nach dem Falschdrahtverfahren.
Einsatz: u.a. im Gardinenbereich.
- PES-Spinnfaser
Mit Abstand die bedeutendste Chemiefaser für den Einsatz in nahezu allen Bereichen der Spinnfaserver-arbeitung.
Einsatz u.a. bei Dekorationsstoffen (Thermodruck), Strukturgardinen, Polstermöbelstoffen sowie in vielen Garnmischungen, spez. im Bereich der Hauswäsche.
- PES-Teppichfaser
Die Brillanz der Farben, der weiche, wollige Charakter, ein schimmernder Lüster und hohe Bauschkraft machen die Faser vor allen Dingen geeignet für den Einsatz bei hochflorigen Teppichbodenqualitäten im mittleren Beanspruchungsbereich sowie für abgepaßte Teppiche. Verwendet wird die Faser auch für rustikale Möbelvelours.
Faserprüfungen:
a) Brennprobe: Die Fasern sind schwer entzündbar, brennen dann jedoch brodelnd wie Polyacrylfasern un-ter Abgabe von Ruß.
b) Chemisches Verhalten: Gute Beständigkeit gegenüber anorganischen kalten Säuren, heiße Säuren zerstö-ren die Fasern. Konzentrierte kalte und verdünnte heiße Laugen greifen die Faser an. Besondere Empfindlichkeit gegenüber Ammoniak. Unempfindlich gegenüber Waschlaugen.
Zurück
Beschreibung
Gruppe synthetischer Chemiefasern, die nach verschiedenen Polymerisationsverfahren aus Polypropylenen mit isotaktischem Aufbau (isotaktisch = regelmäßig, gleichseitig) durch Schmelzspinnverfahren hergestellt werden. TKG: Bez. für Fasern aus linearen, gesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffen, in denen jeder zweite Kohlenstoff eine Methylgruppe in isotaktischer Anordnung trägt, ohne weitere Substitution. Neben Polyesterfasern gehören PP-Fasern heute weltweit zu den am stärksten expandierenden synthetischen Fasern. Ausspinnung zu Filamentgarnen, Spinnfasern, Monofilen, Folienbändchen und Spinnvliesen.
Eigenschaften: Extrem niedrige Feuchtigkeitsaufnahme, leichter als Wasser und die leichteste aller gegenwärtig am Markt befindlichen Fasern, geringe Dichte (0,91g/ccbm), schwer anfärbbar (gute Färbungen sind nur durch Spinnfärbung zu erzielen), beständig gegen Säuren, Basen und Lösungsmittel, empfindlich gegen UV-Licht, unverrottbar, geringe statische Aufladung. Bei einem niedrigen Schmelzpunkt von ca. 175 Grad C sind PP-Fa-sern schwer entflammbar.
Handelsnamen (Beispiele): Herculon®, Meraklon®, Typar®.
Einsatz: Möbel- und Dekostoffe, Nadelfilz, Tuf-tings, outdoor-Beläge (Kunstrasen), Trägermaterial (Teppichgrundgewebe) etc.
Faserprüfungen:
a) Brennprobe: Die Fasern brennen nicht, sondern schmelzen.
b) Chemisches Verhalten: Gute Beständigkeit gegenüber Säuren und Laugen.
Zurück
Beschreibung
• Glasfasern (Kurzzeichen GF)
Aus alkalifreiem Spezialglas im Schmelzspinnverfahren durch Düsen abgezogen, lieferbar als Filamentgarne, Spinnfasern oder Rovings (ungedrehte Stränge oder Bänder). Glasfasern besitzen eine hohe Dichte, sind nicht brennbar und unentflammbar. Die Feuchtigkeitsaufnahme ist sehr gering, daher auch keine Farbaffinität. Deshalb sind zur Erzielung von Färbungen und Drucken besondere Verfahren erforderlich. Stoffe aus Glasfasern zeichnen sich aus durch eine sehr hohe, von der Feinheit abhängige Zugfestigkeit und Elastizität bei allerdings geringer Dehnung, eine äußerst geringe Scheuerbeständigkeit sowie eine hohe Schall- und Wärmedämmung. Sie sind gut waschbar, einlauffest, lichtecht, chemikalienresistent und verrottungsbeständig. Chlorhaltige Bleichmittel greifen die Ausrüstung an.
Einsatz: für Gardinen, Wandbespannungen sowie Bodenbeläge. Haupteinsatzgebiete sind jedoch glasfaserverstärkte Kunststoffe.
• Metallfasern (Kurzzeichen MTF)
Feine, aus Stahl, Nickellegierung oder Aluminium gezogene Filamente, die textil verarbeitet werden können. Einsatz im techn. Bereich (z.B. Reifencord) sowie als Beimischung in Mehrkomponentengarnen für den Teppichbodenbereich zur Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit und damit permanenten Antistatik.
- Lahn
Aus Gold, Silber oder legiertem Edelmetall flach ausgewalzter Metalldraht allein oder als Leonisches Ge-spinst zur Verarbeitung in Dekorationsbändern sowie zur Anfertigung von Brokat- und Metallgeweben.
- Leonische Gespinste
Metallische Umspinnungszwirne, bei denen ein feinst ausgesponnener Metalldraht zur Festigkeitserhöhung um einen Seelenfaden aus Baumwolle, Seide oder Chemiefasern in dichten Windungen herumgeführt wird.
Zurück
Beschreibung