SN-Fachpresse Hamburg
Geos
Gardisette
Höpke
Trevira CS
Jab Anstoetz
© 2010 SN Fachpresse

Wohnen / Alter von Orientteppichen

Beschreibung

Als Kriterium werden bei der Beurteilung des Alters von Orientteppichen die Art der Musterzeichnung, Färbung, Struktur, Art des Garnes, Kantenbefestigung etc. herangezogen. Expertise, Orientteppiche.



Wohnen / Alter von Orientteppichen

Tabelle

Alter von Orientteppichen
SN-Verlag, Hamburg


Alter von Orientteppichen.



Wohnen / Berühmte Orientteppiche

Beschreibung

Der älteste Teppich der Welt ist der Pazyryk Teppich. Weitere bekannte, meist in Privatsammlungen oder Museen befindliche Exponate sind die Seldschuken-Teppiche (Istanbul), der Ardebiteppich, der in England auch gern als Holy-Carpet bezeichnet wird sowie der Wiener Jagdteppich.

Es gibt noch eine Vielzahl weiterer berühmter Teppiche, wobei die Gründe für ihre Berühmtheit durchaus unterschiedlich sein können. Eine umfangreiche und lesenswerte Literatur zum Thema der Orientteppiche befaßt sich sehr detailliert mit der Teppichkunde im Allgemeinen und den berühmten Teppichen im Besonderen. Orientteppiche.



Wohnen / Feinheitsbezeichnung Orientteppiche

Beschreibung

Die Bezeichnung der Feinheit von Orientteppichen erfolgt u.a. auch nach der Anzahl Knoten/qdm. Knotendichte, Orientteppiche.



Wohnen / Gutachten (Orientteppiche)

Beschreibung

Zugelassene Sachverständige (BSOT) erstellen Expertisen und Gutachten über Orientteppiche. Besonders notwendig ist das auch in Versicherungsfragen, da bei der Beurteilung wertvoller alter Teppiche besondere Fachkenntnisse erforderlich sind. Auch werden Schätzgutachten für bestimmte Versteigerungen von Teppichen erstellt. Wichtige Kriterien sind:

Herkunft
(Provenienz, Ursprungsland etc.),
Technologie
(Flormaterial, Kette, Schuss, Knotenzahl, Warenabmessung etc.),
Zustand
(Alter des Teppichs, Erhaltungszustand etc.) sowie
Schätzung
(bei Schätzgutachten).



Wohnen / Knüpfen Orientteppiche

Beschreibung

Verfahren zur Herstellung von Teppichen mit einem Flor. Hierbei werden kurze Fadenenden durch Umschlingen der Kette in diese eingeknüpft. Die Fadenenden, das Flormaterial, sind eingefärbt und bilden entsprechend der Knüpfvorlage (Karton) das Muster des geknüpften Teppichs. Knotenformen, Knüpfteppiche, Orientteppiche..



Wohnen / Medaillon Orientteppiche

Beschreibung

Vielfach in persischen (Iran) Teppichen vorkommende Musterform im Mittelfeld. Die Formen selbst sind überaus verschieden, z.B. Rauten-, Rosetten, Oval-Medaillons etc. Orientteppiche.



Wohnen / Medaillon Orientteppiche

Darstellung

Medaillon Orientteppiche
Busse Seewald Verlag, Herford


Bidjar-Medaillon.



Wohnen / Orientteppiche (mechan. gewebt)

Darstellung

Orientteppiche (mechan. gewebt)
SN-Verlag, Hamburg


Auf der Doppelwerk-Webmaschine hergestellter Teppich in Orientmusterung, Polmaterial 100% Schurwolle, Knotendichte 650 000 Knoten/qm.

In den Jahren 1922-23 erreichten die Designer Kirmans durch ihren künstlerischen Ideenreichtum weltweiten Ruf. Sie schufen phantasievolle Teppiche mit feinsten zeichnerischen Dertails und harmonisch abgestimmten Farben, Der abgebildete Teppich stammt aus einer schwedischen Privatsammlung und ragt mit seiner Bilderbordüre und seinem reichen Fond künstlerisch weit über die bekannten Felder- und Gartenteppiche hinaus.



Wohnen / Orientteppiche (mechan. gewebt)

Beschreibung

Umgangssprachliche Bezeichnung für orientalisch gemusterte Industrieware europäischer oder amerikanischer Herkunft. Abgepasste Webteppiche, Axminster Teppich, Doppelwerk Webteppich.



Wohnen / Orientteppiche Care & Fair

Darstellung

Orientteppiche Care & Fair
Care & Fair, Hamburg


Symbol einer Initiative des europäischen Orientteppichhandels gegen die Ausbeutung von Kinderarbeit in den Knüpfländern.
Care & Fair.



Wohnen / Orientteppiche Chinateppich

Darstellung

Orientteppiche Chinateppich
K-Studios - D. Kiskan, Hamburg


Chinateppich.



Wohnen / Orientteppiche Definition

Beschreibung

Bez. für archaische, antike, alte oder neue Teppiche mit folgenden Eigenschaften:

• handgeknüpft oder handgewebt,
• hundertprozentig Naturfaser,
• Farben und Ornamente sind eigenständig und deuten auf bekannte und unbekannte Symbole hin,
• Herstellungsort ist der Orient.

Nur Teppiche, die diese vier Eigenschaften besitzen und aufgrund einer alten Tradition nach überlieferten Fertigungsarten hergestellt sind, können als echte Orientteppiche bezeichnet werden.



Wohnen / Orientteppiche Einfuhren

Darstellung

Darstellung der Importe handgeknüpfter Teppiche im Jahr 2000 nach Deutschland:

• Indien 2.807
• Iran 2.301
• Nepal 1.615
• Pakistan 387
• Marokko 422
• Türkei 175
• China 183
• Sonstige 270

(Importzahlen in 1.000 qm





Wohnen / Orientteppiche Einfuhren

Beschreibung

Im Jahr 1998 sind in der BRD für die Einfuhr handgeknüpfter Teppiche u.a. der Iran, Indien, Nepal, China, Pakistan, Afghanistan, Marokko und die Türkei als die wichtigsten Länder zu nennen (Angaben in 1.000 qm).



Wohnen / Orientteppiche Expertengespräch

Darstellung

Orientteppiche Expertengespräch
Dar el Medina, Sousse / Tunesien


Die Autoren des Lexikons beim Expertengespräch in einem tunesischen Teppichlager.





Wohnen / Orientteppiche Färben

Beschreibung

Jahrhundertelang wurden Garne für die Teppichherstellung mit natürlichen Farbstoffen gefärbt. Die Farben waren meist pflanzlichen Ursprungs und wurden aus Konzentraten von Blättern, Blüten, Früchten, Schalen, Rinden, Wurzeln etc. gewonnen. Auch Farbstoffe tierischen Ursprungs, wie z.B. aus dem Sekret von Blattlausarten, wurden verwendet. Sie alle ergaben die bekannten warmen, schönen und glänzenden Farben. Mit der Entwicklung künstlich-organischer Farbstoffe Mitte des letzten Jahrhunderts ging der Einsatz von Naturfarben rapide zurück.

Erst seit einigen Jahren bemüht man sich, die Kunst des Teppichgarnfärbens mit alten Farbrezepten wieder zu beleben. Dieses unter dem Namen Dobag bekanntgewordene Projekt wird von der türkischen Regierung und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit gefördert.



Wohnen / Orientteppiche Feinheitsbezeichnungen

Beschreibung

Orientteppiche Feinheitsbezeichnungen


Die Feinheit eines Orientteppichs kann auch nach der Anzahl der Knoten/qdm beurteilt werden, ist allein aber kein Qualitätsmaßstab.



Wohnen / Orientteppiche Feinheitsbezeichnungen

Tabelle

Orientteppiche Feinheitsbezeichnungen
SN-Verlag , Hamburg


Feinheitsbezeichnung von Orientteppichen.



Wohnen / Orientteppiche Gebetsteppich

Darstellung

Orientteppiche Gebetsteppich
Mosaik Verlag GmbH, München


Ladik, Gebetsteppich aus dem 18.Jh. 172,5 x 124,5 cm.



Wohnen / Orientteppiche Geschichtlicher Rückblick

Beschreibung

Im strengen Sinne wird der Begriff des Orientteppichs den in den klassischen orientalischen Knüpfgebieten Anatolien, Iran (Persien), Kaukasusländer, Turkmenien/ Turkestan, Alt-China und Indien handgearbeiteten Teppichen zugeordnet. Über die geographisch-geschichtliche Zuordnung hinaus sind jedoch auch die Teppiche jener Knüpfgebiete anzusprechen, die zwar als eigene Arten bezeichnet und geführt werden, aber gerade in den letzten Jahren dem Teppichmarkt zusätzliche Impulse gegeben haben. Es sind vor allem die China-Teppiche, Tibet- und Nepal-Teppiche, Exponate aus Indien, Pakistan und Nordafrika (Berber-Teppiche).<P> Der orientalische Teppich blickt auf eine lange kulturgeschichtliche Entwicklung zurück und gilt im Hinblick auf Herstellungsmethoden und Muster als die älteste Kunstform überhaupt, die sich über einen Zeitraum von mehr als 2000 Jahren erhalten hat. Bereits im 5. Jh. v. Chr. kannte man die Technik des Teppichknüpfens. Der älteste bekannte Knüpfteppich wurde im Jahre 1949 von dem russischen Forscher Prof. Rudenko in einer Grabkammer im Altaigebirge in Südrussland entdeckt, der aufgrund des Fundortes <a href="querverweis-begriff-Pazyryk.htm" class="querverweis">Pazyryk</a> genannt wird. Dieser fast unbeschädigte Wollknüpfteppich zeigt neben der Schönheit in Farbe und Musterung eine ungewöhnliche Knüpfdichte. Wissenschaftler schätzen diesen Teppich auf etwa 2500 Jahre. Teppichfragmente, die bei Loulan in Ostturkestan gefunden wurden, weisen auf deren Herstellung bereits im 2. und 3. Jh. hin. Auch in Ägypten lässt sich aus vielen Funden eine Knüpftradition nachweisen. Ursprünglich wurde der Orientteppich für den persönlichen Bedarf angefertigt. Er diente als Zeltbehang, Wärmespender, Tisch, Lagerstätte oder als Transportmittel in Form von Satteltaschen. Als Umhang bot der Teppich den Nomaden sicheren Schutz gegen die Unbill des Klimas, er diente aber auch zum Schmuck und vor allem zum Gebet.<P> Vom 11. Jh. an kann für Kleinasien und vom 12. Jh. an für den gesamten Orient eine Teppichchronik zusammenhängend dargestellt werden. In Persien, das als die Heimat des Orientteppichs gilt, sind Teppiche aus dem 13.-15. Jh. bekannt. Den Höhepunkt persischer Teppichknüpfkunst erlebte das Land (heutiges Iran) in der Dynastie der Safawiden (1501-1721). In Manufakturen des Staates hat die Teppichherstellung viele Musterungs- und Gestaltungsimpulse erhalten. Auch in anderen Gebieten lässt sich das Teppichknüpfen nachweisen, so z.B. in Turkmenien, in Turkestan, der Türkei oder Indien. Bereits aus dem 15. Jh. liegen Fragmente vor, die in Manufakturen gefertigt wurden. Beweise sind die Gemälde großer Maler mit der Wiedergabe dieser Teppiche (auch als Holbein-Teppiche bezeichnet).<P> Während der Blütezeit der türkischen und persischen Teppichknüpfung wurden große Mengen Teppiche für europäische Fürstenhäuser und Kaufherren als Wand- und Tischschmuck eingeführt. Am meisten verbreitet dürften türkische Teppiche aus Anatolien und Kleinasien gewesen sein. Teppiche aus ländlich-dörflicher Knüpfung sowie Nomadenteppiche waren ebenso anzutreffen wie feinste Knüpfungen nach künstlerischen Entwürfen. Den wesentlichen Eingang in das Abendland fand der Orientteppich über Spanien, wo bereits 710 n. Chr. die aus Nordafrika kommenden Mauren eine Dynastie gründeten und dabei auch die Fertigkeit des Teppichknüpfens mitbrachten. Es entstand eine richtiggehende Teppichindustrie in der Stadt Cordoba. Die islamische Dynastie der Nasriden baute die Festung Alhambra oberhalb der Stadt Granada. Der Granatapfel wird zum Stadtsymbol und später länderübergreifend als Ornament in der Textil- und Teppichmusterung verwendet. Zur Zeit des Mittelalters wurden in Europa dann die ersten Bildteppiche hergestellt. So ist der im 11. Jh. gestickte Wandteppich von Bayeux ebenso zu nennen wie der im 12. Jh. geknüpfte Wandteppich von Quedlinburg. <P> Später kam es auch in Skandinavien zur Kunst des Teppichknüpfens (Hochzeitsteppich). In Frankreich entwickelte sich im 17. Jh. eine eigene und recht bedeutende Teppichindustrie. Die Savonnerie erhielt ihre Aufträge vom Hofe Ludwig des XIV. Im Jahr 1662 entstand die Gobelin-Werkstatt in Paris und schließlich später eine bedeutende Teppichindustrie in Zentralfrankreich mit der Stadt Aubusson. Auch in Nordfrankreich und in Flandern entwickelte sich eine blühende Teppichindustrie. Städte wie Arras, Brügge, Brüssel, Gent, Lille, Tourcoing und Tournay sind dafür zu nennen. <P> Mit der Verbesserung der Verkehrswege zwischen Asien und Europa wurde ein immer größerer Warenaustausch ermöglicht. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. waren breite Kreise des Bürgertums in der Lage, ihre Wohnungen mit Orientteppichen zu schmücken. Auf der Wiener Weltausstellung 1873 zeigte Persien eine große Zahl erlesener Teppiche. Vom Farben- und Formenreichtum fasziniert, wurden seit dieser Zeit Orientteppiche zu einem Statussymbol. Diese Entwicklung kam dem Handel mit Orientteppichen sehr zugute, sie hat sich bis in unsere Zeit fortgesetzt.



Wohnen / Orientteppiche Herstellung Flormaterial

Beschreibung

Geknüpft wird überwiegend aus Wolle, danach folgt als Material Seide. Baumwolle wird wegen der geringen Reibfestigkeit und fehlender Elastizität ausschließlich als Kett- und Schussmaterial und nicht für den Flor verwendet.

Wolle
Klassisches Knüpfmaterial. Bedingt durch hervorragende Weidegebiete einerseits und karge, versteppte Gebiete andererseits ist die W. von unterschiedlicher Qualität. Die Palette reicht von ganz weichen bis hin zu groben Wollen. Die Schur junger Tiere liefert besonders feine Wolle, die, zu ebenso feinen Garnen ausgesponnen, Kurk-Wolle heißt und gern bei Täbris- und Ghom-Provenienzen verarbeitet wird. Wollen toter Schafe (Bez. auch als Tabachi bzw. Sterblingswolle). ergeben minderwertige Teppichqualitäten. Durch häufiges Waschen in klarem, fließendem Wasser wird die Wolle entfettet und mit einer Beize behandelt, damit anschließend die Farbe gut aufziehen kann. Von der Sorgfalt dieser Arbeitsgänge hängt der Glanz der Teppiche besonders ab.

Anm.: Manufakturteppiche unserer Zeit werden überwiegend aus Reiner Schurwolle gefertigt.

Seide
Seide findet bei Knüpfteppichen als Kette, Schuss- und Flormaterial Verwendung. Die Feinheit des Fadens lässt außerordentlich feine Knüpfungen zu und gibt dem Teppich seinen edlen, vornehmen Lüster. Dennoch sind diese kostbaren Teppiche äusserst haltbar und von großer Festigkeit. Außerdem besteht keine Gefahr von Mottenfraß. Die Nachteile bei Verwendung von Seide sind schlechtere Färbemöglichkeiten und ein weniger intensives Farbbild. Bei Verwendung von Abfallseide (z.B. Schappe-, Bourette- oder Florettseide) ist die Haltbarkeit begrenzt. Diese Teppiche eignen sich nur als Wanddekoration. Da Seidenteppiche stets sehr viel feiner und dünner sind als Wollteppiche, sollten sie in der Regel nicht als Bodenteppiche, sondern als Wandbehang verwendet werden.

Baumwolle
Gelegentlich wird Baumwolle als Effektgarn im Pol oder für das Knüpfen besonders leuchtend weißer Ornamente verwendet, da ungebleichte Tierwolle stets einen gelblich-weißen Ton aufweist. Da Baumwolle aber als Florgarn leicht Schmutz annimmt und eine geringe Polfestigkeit besitzt (tritt sich schnell zusammen), werden reine Baumwollteppiche nur im eigenen Land als sogenannte Sommerteppiche verwendet, man bezeichnet sie auch als Blender bzw. Flosch.



Wohnen / Orientteppiche Herstellung Grundaufbau

Darstellung

Orientteppiche Herstellung Grundaufbau
SN-Verlag, Hamburg


(dargestellt am Beispiel eines Chinateppichs):

A = Bordüren (Außen-, Mittel und Innenbordüre),
B = Fond (Innenfeld),
C = Hauptornament,
D = Motive,
E = Eckornament (-viertel).



Wohnen / Orientteppiche Herstellung Knüpfen

Beschreibung

Der Teppich wird senkrecht auf einem viereckigen Rahmen geknüpft. Senkrecht verlaufen die meist aus Baumwolle bestehenden Kettfäden. Die Länge und Breite der Kette bestimmt das spätere Teppichmaß. Je dichter die Kette eingestellt ist, desto feiner muss geknüpft werden. Beim Knüpfvorgang wird ein kurzer, farbiger Wollfaden über zwei benachbarte Kettfäden eingeknüpft, dessen Enden zwischen den Kettfäden nach vorn heraushängen. Sie werden mit dem Knüpfmesser grob auf die notwendige Länge geschnitten. Nach jeder Knüpfreihe werden meist in Leinwandbindung zwei oder mehrere Schüsse eingetragen. Der Schussfaden besteht meistens aus Baumwolle. Schließlich wird der Schuss mit einem Kamm auf die fertige Knüpfreihe aufgeschlagen.

Knotenform
Je enger die Knüpfung, desto kürzer die Schur, woran man erkennen kann, ob es sich um einen groben oder feinen Teppich handelt. Geknüpft wird von unten nach oben, wobei der Knoten nach türkischer Art (symmetrischer Knoten) oder nach persischer Art (asymmetrischer Knoten) geknüpft wird. Gördes Knoten, Sennehknoten.

Knotenzahl
Als Maßstab für die Feinheit einer Knüpfung wird im Handel die Knüpfdichte des Teppichs meist in Anzahl der Knoten pro qdm angegeben. Gezählt wird nach Breite (horizontal) die Zahl der Knoten in Schussrichtung und in der Höhe (vertikal) die Zahl der Knotenreihen. Neben dem Flormaterial, der Schönheit der Farben und einer ausgewogenen Musterung ist die Knotenzahl ein wichtiges Kriterium für die Güte des Teppichs, jedoch artentypisch und kann als Qualitätskriterium nicht provenienzübergreifend gelten. (Siehe Tabelle Feinheitsbezeichnungen).



Wohnen / Orientteppiche Herstellung Musterung

Beschreibung

Bei den meisten Orientteppichen ist ein gewisses Grundaufbauschema zu erkennen: Das quadratisch oder rechteckig angeordnete Innenfeld bzw. der Fond des Teppichs wird von mehreren Bordüren umgeben, man unterscheidet zwischen Haupt- und Nebenbordüren. Die formale Gestaltung des Innenfeldes kann u.a. nach folgenden Grundmustern vorgenommen werden:

Medaillonmusterung
Das Hauptmotiv befindet sich in der Mitte des Feldes oder mehrere kleine Medaillons sind auf einer Längsachse hintereinander angeordnet. Sogenannte Eckviertel, die meist einem Viertel des Hauptmotivs entsprechen, befinden sich in den Ecken des Feldes. Bei einem leeren Mittelfeld mit oder ohne Medaillon spricht man von Spiegelteppichen.

Feldermusterung
Der Fond wird in mehrere rechteckige bzw. quadratische Felder, Rauten oder in Diagonalstreifen aufgeteilt.

Rapportmusterung
Diese Musterung entsteht durch mehrfache Wiederholung gleicher Motive oder Motivkombinationen im Teppichinnenfeld (All-over).

Bilderteppich
Der gesamte Fond ist in Form bildlicher Darstellungen (Garten-, Jagd-, Pflanzen-, Tier-, Vasenteppich etc.) gestaltet.

Gebetsteppiche
Das Charakteristikum dieser Teppiche ist die Gebetsnische (Mihrab) im Innenfeld.



Wohnen / Orientteppiche Herstellung Unterware

Beschreibung

Als Unterware ist neben der Tierwolle die Baumwolle für Kette und Schuss zunehmend das wichtigste Material in der Teppichknüpferei. Sie garantiert einen guten Halt, ist nicht mottenanfällig, in der allgemeinen Haltbarkeit und Elastizität der Tierwolle jedoch unterlegen. Als Kombinationen der Unterware mit dem Knüpfmaterial sind zu nennen:

Wolle auf Ziegenhaar
Geknüpft wird mit Wolle. Kette und Schuss bestehen aus Ziegenhaar. Spez. bei groben Nomadenteppichen üblich.

Wolle auf Baumwolle
Die Baumwolle als Grundbindung speziell für Teppiche mittlerer Feinheit. Eine weitere Verfeinerung ist möglich durch die Wahl eines Baumwoll-/Seidengarnes.

Wolle auf Wolle
Kombination fast immer bei Nomadenteppichen.

Wolle auf Seide
Diese Konstruktion wird besonders bei Teppichen aus hochwertiger, feiner Kurkwolle verwendet.

Seide auf Seide
Für edle Knüpfarbeiten angewendete Konstruktion, speziell für dekorative Wandteppiche etc., die keiner extremen Belastung ausgesetzt werden.



Wohnen / Orientteppiche Jagdteppich

Darstellung

Orientteppiche Jagdteppich
K-Studios - D. Kiskan, Hamburg


Jagdteppich.



Wohnen / Orientteppiche Kelimteppich

Darstellung

Orientteppiche Kelimteppich
K-Studios - D. Kiskan, Hamburg


Kelimteppich




Wohnen / Orientteppiche Kinderarbeit

Beschreibung

Unter Federführung des BVOI hat eine Kommission des europäischen Orientteppich-Fachhandels an einem branchenübergreifenden Signet gearbeitet, das der Kinderarbeits-Kampagne von NGOs und Hilfswerken und damit steigender Verunsicherung des Verbrauchers entgegenwirken und das ehrliche Bemühen der Branche für sozialverträgliche Herstellungsmethoden zum Ausdruck bringen soll. Dieses Care & Fair Signet ist seit einiger Zeit im Gebrauch.





Wohnen / Orientteppiche Knotenformen

Darstellung

Orientteppiche Knotenformen
TISCA Textilwerke, Bühler / Schweiz)


Oberes Bild:
Persischer- oder Sennehknoten
(1) Florgarn, (2) Kettfaden und (3) Schußfaden.

Unteres Bild:
Türkischer, Smyrna- oder Giordesknoten
in gleicher Anordnung des Flor-, Kett- und Schußgarnes.



Wohnen / Orientteppiche Knüpfgebiete

Beschreibung

Die Knüpfgebiete für O.-Teppiche werden in alphabetischer Reihenfolge in folgende Hauptgruppen eingeteilt: Anatolien (Türkei), Balkan, China, Kaukasus, Nordafrika, Persien (Iran), Zentralasien (Afghanistan, Indien, Nepal, Tibet).



Wohnen / Orientteppiche Knüpfstuhl

Darstellung

Orientteppiche Knüpfstuhl
Ullstein Verlag , Berlin


Vertikaler Nomadenknüpfstuhl.



Wohnen / Orientteppiche Knüpfstuhl

Darstellung

Orientteppiche Knüpfstuhl
EUCA, Carpet Importers Associations e.V., Hamburg


Der Knüpfer bei der mühsamen Arbeit am vertikalen Knüpfstuhl.



Wohnen / Orientteppiche Knüpfstuhl

Darstellung

Orientteppiche Knüpfstuhl
EUCA, Carpet Importers Associations e.V., Hamburg


Einblick in die Fertigungshalle.



Wohnen / Orientteppiche Literatur

Beschreibung

Zu einem intensiven Studium des großen Gebiets der Teppichkunde sei aus der umfangreichen Anzahl vorhandener Literatur u.a. verwiesen auf:

• Bennett, Ian: Teppiche der Welt, Mosaik-Verlag, München 1982.
• Gluth, Norbert: Gluth-Kompass 1997/98. Business und Know How in der Orientteppichbranche. SN-Verlag Michael Steinert, Hamburg 1997.
• Iten-Maritz, J.: Enzyklopädie des Orientteppichs, Bussesche Verlagshandlung, Herford 1991.
• Ruß, Helmut: Der Knüpfteppich, Bussesche Verlagshandlung, Herford 1983.
• Zipper, Kurt: Lexikon des Orientteppichs, Klinkhardt & Biermann, München 1981.



Wohnen / Orientteppiche Medaillonteppich

Darstellung

Orientteppiche Medaillonteppich
K-Studios - D. Kiskan, Hamburg


Medaillonteppich.



Wohnen / Orientteppiche Motive und Ornamente

Beschreibung

Beim Orientteppich wird die Ornamentik durch ethnologische, geographische und religiöse Einflüsse geprägt. In alten Hochkulturen hatten Motive und Ornamente neben ihrer Funktion als Schmuckelement sehr häufig die Bedeutung von Sinnträgern. Die ursprünglich als Symbole aus der Welt der Mystik, des Glaubens und der Sagen zu verstehenden Motive wurden jedoch bald hinsichtlich ihres inhaltlichen Bestandteils zu oft nicht mehr verstandenen Ornamenten, da der ursprüngliche Sinn verlorenging. In der Darstellung unterscheidet man zwischen floralen, figuralen und rein formalen geometrischen Mustern, wie z.B. bei der Umrandung und als Bordüren in Form von Mäander, (reziprokes) Zinnenmuster, Wellenmuster, Schrägstreifen, Quadrat, Gittermuster.



Wohnen / Orientteppiche Musterung durch Skulptieren

Darstellung

Orientteppiche Musterung durch Skulptieren
EUCA, Carpet Importers Associations e.V., Hamburg


Mittels einer Schere wird das Muster herausgehoben. Skulptieren



Wohnen / Orientteppiche Nachbehandlung

Beschreibung

Nachdem der fertiggeknüpfte Teppich vom Stuhl genommen ist, erfolgt das Scheren, um einen gleichmäßig langen Flor zu erhalten. Die letzte Stufe im Produktionsablauf ist das Waschen, das neben der notwendigen Reinigung auch noch dazu dient, grelle Farben weicher und gedämpfter wirken zu lassen. Zum Trocknen legt man die Teppiche in die Sonne, die noch einiges dazu beiträgt, die Farben zu bleichen. Sofern die Ware Wellen schlägt bzw. verzogen ist, wird sie noch einmal gespannt und in ihrer Lage stabilisiert.



Wohnen / Orientteppiche Nepalteppich

Darstellung

Orientteppiche Nepalteppich
K-Studios - D. Kiskan, Hamburg


Nepalteppich.



Wohnen / Orientteppiche Pflegehinweise

Beschreibung

Orientteppiche sind pfleglich zu behandeln. Sie vertragen die Belastung durch schwere Möbel nur schlecht und sollten auf trockenen Unterböden ausgelegt werden. Bei glatten, scharfen Fußböden (z.B. Steinfliesen) empfiehlt sich der Einsatz von Vliesunterlagen. Dadurch wird eine Beschädigung des Teppichs weitgehend ausgeschlossen und der Teppich kann nicht rutschen. Bei starker Verschmutzung sollte man den Teppich wenden und ihn von der Rückseite ganz leicht klopfen, damit der Schmutz aus dem Flor herausfallen kann.

Auch gegen das Absaugen mit dem Staubsauger ist nichts einzuwenden, wenn mit einer glatten Düse in Strichrichtung und ohne Kraftaufwand gesaugt wird. Bei tiefer eingedrungenem Schmutz saugt man gegen den Strich, danach zur Glättung wieder mit dem Strich. Im Winter ist besonders die Pflege im Schnee zu empfehlen, weil sich die Ware gleichmäßig voll Feuchtigkeit saugen kann. Um die Schönheit des Teppichs zu erhalten, sollte man ihn zunächst zusammengerollt nach draußen stellen und der Außentemperatur angleichen. Anschließend wird der Teppich mit der Florseite auf den Schnee gelegt, leicht geklopft und dann mit Schnee abgerieben, was die Leuchtkraft der Farben wieder voll zur Geltung bringt. Vor dem Auslegen muss der Teppichgrund absolut trocken sein, denn Feuchtigkeit bewirkt Verrottung der organischen Materialien (Baumwolle, Wolle und Seide).

Eine Chemisch-Reinigung sollte vermieden werden. Empfohlen wird die Behandlung in fachgerechten Teppichwäschereien, die per Hand reinigen. Flecken kann man vorsichtig mit einem sauberen, weichen und saugfähigen feuchten Lappen entfernen. Dabei hat die Behandlung des Fleckes im Teppich von der Mitte nach außen zu erfolgen.

Lagern sollte man Teppiche in trockenen, halbdunklen Räumen, und zwar gerollt (nicht gefaltet) mit langwirkenden Mottenschutzmitteln versehen, und gut verpackt in festes Packpapier, auf keinen Fall in Plastikfolie (evtl. Restfeuchte kann nicht entweichen). Dachböden und Kellerräume sind keine geeigneten Lagerplätze.

Zur gleichmäßigen Lichteinwirkung und Abnutzung müssen Teppiche regelmäßig am 180 gedreht werden. Treppenläufer sollten gelegentlich nach oben oder unten verschoben werden, damit eine gleichmäßige Beanspruchung erfolgt. Wandteppiche sollten auch als solche verwendet werden. Der Fachhandel stellt dafür geeignete Aufhängevorrichtungen zur Verfügung.



Wohnen / Orientteppiche Schreibweise

Beschreibung

Die Schreibweise von Teppichnamen ist uneinheitlich. Bei der Übersetzung z.B. persischer Begriffe und Bezeichnungen in eine der vielen europäischen Schreibweisen wird dieser Unterschied deutlich.



Wohnen / Orientteppiche Seidenteppich

Darstellung

Orientteppiche Seidenteppich
K-Studios - D. Kiskan, Hamburg


Seidenteppich Keshan.



Wohnen / Orientteppiche Standardgrößen

Tabelle

Orientteppiche Standardgrößen
SN-Verlag , Hamburg


Standardteppichmaße mechanisch hergestellter Orientteppiche.

(Anm.: Die früher im Handel gebräuchlichen Viertelbezeichnungen orientierten sich nach der Breite des Teppichs. Das Maß hat seinen Ursprung in der preußischen Elle, die mit 0,6669 m - der Länge eines Unterarmes - gleichkommt.

Ein Teppich in der Viertelgröße 12/4 drei preußischen Ellen zu je 67 cm entspricht somit der Teppichbreite von 200 cm.
(Heute überwiegt das metrische Maßsystem).



Wohnen / Orientteppiche Symbole Bordüren Motive

Darstellung

Orientteppiche Symbole Bordüren Motive
Busse Seewald Verlag, Herford


Quelle: Helmut Ruß, Der Knüpfteppich.



Wohnen / Orientteppiche Teppichmaße

Beschreibung

Neben den klassischen und meist in Auftrag gefertigten Abmessungen (siehe nachfolgende Tabelle) gibt es eine Vielzahl von Läufern, Vorlagen, Brücken, Wand-, Bild- und Gebetsteppichen in unterschiedlichsten Größen. Diese richten sich im wesentlichen nach dem Verwendungszweck. Daneben gibt es eine Reihe heimischer Teppichmaße mit speziellen Bezeichnungen, wie z.B. Baby (40x60 cm), Dozar (kleinere Teppiche von etwa 2 m Länge), Exote (langer, schmaler Teppich), Kenareh (Läufer oder galerieartige Teppiche bis 400/500 cm), Poschti (kleine Vorleger), Strip (schmale, kurze Läufer), Yastik (kleinste Vorleger, ähnl. wie Poschti), Zaronim (Längenangabe von etwa 160 cm) etc.



Wohnen / Orientteppiche Vasenteppich

Darstellung

Orientteppiche Vasenteppich
K-Studios - D. Kiskan, Hamburg


Vasenteppich.



Wohnen / Orientteppiche Verbraucheraufklärung

Beschreibung

Um den Orientteppich in seiner Marktgängigkeit zu erhalten, ist man bestrebt, die organisch gewachsenen, tatsächlichen Bewertungsmaßstäbe rein zu halten. Das bedeutet, die verbliebenen unterschiedlich starken volkskundlichen Äußerungen möglichst unbeeinflusst von Reglementierungen zu belassen, um auch in Zukunft den Maßstab für den Orientteppich bilden zu können. Dies schließt eine sinnvolle Verbraucheraufklärung ein, wie sie von der Arbeitsgemeinschaft Verbraucheraufklärung gefordert und von vielen Teppich-Fachgeschäften praktiziert wird.



Wohnen / Orientteppiche Warenangebote Namensgebung

Beschreibung

Die Namensgebung kann sich nach vielen Merkmalen richten:

• Aufbewahrungsort:
z.B. Wiener Jagdteppich
• Darstellung:
z.B. Landschafts-, Jagd- oder Tierteppich
• Fertigungsort:
z.B. Ghom, Karabach
• Fundort:
z.B. Pazyryk
• Gebrauch:
Gebets-, Sattel-, Wandteppich etc.
• Handelsplatz:
z.B. Bergama, Schiraz
• Herstell-, d.h. Ursprungsland:
z.B. Afghan, Perser (Persien)
• Herstelltechnik:
z.B. Kelim, Sumach
• Künstler
in deren Gemälden Teppiche abgebildet sind: z.B. Holbein- und Lottoteppich
• Landschaften:
z.B. Anatol, China ( Paotou), Nepal
• Material:
z.B. Seidenteppich
• Musterung:
z.B. Medaillon-, Bilderteppich
• Maße:
z.B. Dozar, Kenareh, Exote
• Volks- oder Nomadenstämme:
z.B. Belutsch, Tekke



Wohnen / Orientteppiche Warenangebote Provenienzen

Beschreibung

Im Teppichhandel hat sich der aus dem Wirtschaftsleben gebräuchliche Begriff Provenienzen für die Bezeichnung der Herkunft eines Teppichs durchgesetzt.

Anm.:Die Zahl der Orte der Weltteppichgebiete, in denen Teppiche geknüpft oder gewebt werden, dürfte sich auf mehr als 10.000 belaufen. Doch stellt nur der geringste Teil dieser Herstellungsorte wirklich eigenständige, traditions- und stilechte Teppiche her. Die große Mehrzahl produziert in Auftrags- oder Lohnarbeit die vom Handel geforderten Typen.

Quelle: Kurt Zipper, Lexikon des Orientteppichs. München: Klinkhardt & Biermann, 1981.



Wohnen / Paneel Orientteppiche

Beschreibung

Bei geknüpften Gebetsteppichen das hervorgehobene rechteckige Mittelfeld (Querband). Orientteppiche.



Wohnen / Provenienz (Orientteppiche)

Beschreibung

Provenienz bezeichnet die Herkunft, den Ursprung z.B. von Waren. Der Orts- oder Landschaftsname des Orientteppichs ist die Herkunftsbezeichnung bzw. Provenienz, die zugleich auch Qualitätsbezeichnung ist, da die einzelnen Orte und Gebiete ihre eigene Tradition in bezug auf Gestaltung und Qualität haben. Zum Teil beziehen sich die Bezeichnungen auch auf reine Handelsplätze. Da man schätzt, dass es mehr als 10.000 Orte (incl. aller Dörfer und Ansiedlungen) gibt, an denen Teppiche geknüpft werden, können nur die im vorliegenden Lexikon erwähnten Teppichnamen aufgeführt werden. Orientteppiche. Siehe auch Provenienzen





ZurückZurück