Beschreibung
Das Polsterhandwerk stützt sich auf eine Handwerkstradition von hohem technischem Niveau. Wechselnde Formen und die Entwicklung neuartiger Werkstoffe erfordern jedoch eine permanente Anpassung an Polstertechnik und Material. Die klassische Art des handwerklichen Aufbaus mit Holzgestell, Einzelfedern und losen Füllstoffen reduziert sich immer mehr auf Aufarbeitung oder Restaurierung und wurde durch die Vorfertigung leichter Gestelle, passender Federelemente und industriell hergestellter Füllstoffe den Anforderungen für die Herstellung hochwertiger Industrieprodukte angepasst. Die Polstermöbelindustrie arbeitet heute nicht nur nach ästhetischen und funktionalen Aspekten, sie berücksichtigt auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse auch wichtige ergonomische Grundsätze. Polsterwaren für den privaten und besonders auch für den Objektbereich sind durch ein extrem hohes Anforderungsprofil gekennzeichnet. Neben der Ästhetik spielen die Funktionen eine größere Rolle und sind ein entscheidendes Kaufkriterium, worauf die Industrie mit einer großen Palette vielseitig einzusetzender Funktionsmöbel mit vielfältig veränderbaren Details reagiert, wie z. B. verstellbare Sitz- und Liegepositionen, ausziehbare und höhenverstellbare Sitze und Rücken etc.
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Beschreibung
Polstermöbel sind in der Regel Mittel- und Blickpunkt des modernen Innenraumes. Es liegt daher nahe, dass die Optik eine entscheidende Rolle spielt. Darüber hinaus sollte jedoch gerade bei Polstermöbeln neben dem Design und dem jeweiligen Modetrend auf die tatsächlich bestehenden Bedürfnisse, also auf den Gebrauchsnutzen geachtet werden. Wichtige Kriterien für ein gutes Sitzmöbel sind unter Berücksichtigung der Ergonomie zunächst die richtigen Proportionen, wie Sitzhöhe, Sitztiefe, Rückenhöhe, Neigungswinkel und Sitzgefälle; darüber hinaus die richtige Konstruktion, Polsterung, Sitztechnik und der Bezugstoff. Schließlich spielen auch die sonstigen Gebrauchs- und Pflegeeigenschaften bei der Beurteilung des Anforderungsprofils eine mitentscheidende Rolle. Von zunehmender Bedeutung ist die Funktionalität, die auch kleinere Räume berücksichtigt. Auch im Hinblick auf die wünschenswerte Langlebigkeit sollten hochwertige Polstermöbel sowohl augenblickliche Bedürfnisse befriedigen wie auch jene, die sich im Laufe der Jahre verändern können. Weitere Kriterien sind Wohnhygiene, Umweltverträglichkeit, umweltgerechte Herstellung und Recyclingfähigkeit.
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Beschreibung
Polsterwaren sind alle gepolsterten Sitz- und Liegemöbel, alle Kissen für Polstermöbel sowie die gepolsterten Teile von Möbeln nach RAL 439 A 2. Zu unterscheiden sind die Produktgruppen nach Art der Polsterung, Art der Verwendung, der Polsterhöhe sowie Art der Federung.
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Art der Federung
Die Art der Federung hat einen bedingten Einfluss auf den Sitzkomfort und sollte auf den jeweiligen Polsteraufbau abgestimmt sein. Man unterscheidet:
• Geschnürte Federung
Ein geordnetes System von Taillenfedern erhält durch ein System von Schnürungen die gewünschte Höhe, Spannung und Stellung, wodurch das Polster eine individuelle Federwirkung bekommt und den vielfältigen Sitz- und Liegeansprüchen gerecht werden kann. Diese Federungsart gehört zu den elementaren Polstertechniken. Sie ist sehr aufwendig und wird heute eher selten angewendet.
• Polster mit Federkernen
In der Herstellung ist dieses System aus Zylinder- oder Bonellfederkernen schon durch den geringeren Zeitaufwand wesentlich kostengünstiger als eine geschnürte Federung mit annähernd gleicher Federwirkung. Die Kombination von Polster mit Federkernen und einer zusätzlichen Unterfederung (meist aus Wellen- oder Schlangenfedern bestehend) wird als Doppelfederung bezeichnet.
• Schaumstoffpolsterung
Bei dieser modernen Polstertechnik im Sandwichaufbau werden im Polsterkern keine Metallfedern verwendet, daher wird sie auch als ungefederte Polsterung bezeichnet. Über die Unterfederung aus Wellenfedern wird eine doppelschichtige, in Raumgewicht und Stauchhärte unterschiedliche Schaumstoffkombination geklebt, wodurch eine stufenweise Polsterwirkung erzielt wird.
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Art der Polsterhöhe
Der Polsteraufbau wird unterschieden nach der Polsterhöhe in Flach- und Hochpolsterung.
• Flachpolsterung
Diese Art der Polsterung kommt ausschließlich bei Stühlen vor. Man unterscheidet:
• feste Polstergründe (Sperrholz- und Holzfaserplatten)
• textile Polstergurte (Jute, gewebte Gummigewebe etc.)
• Wellen- oder Schlangenfedern
• Polstergrund aus Federkörben
• Weiterhin ist zu differenzieren zwischen:
• fest montiertem Flachpolster
• Flachpolster mit Einlegerahmen
• Flachpolster mit Auflegerahmen
Der Aufbau kann mit Schaumstoff, losen Füllstoffen oder als erhöhtes Flachpolster mit Formkanten erfolgen.
• Hochpolsterung
Polstertechnik für Sessel, Sofas etc. Dieser Polsteraufbau wird unterschieden in ungefederte Polsterung, z.B.unter Verwendung von Schaumstoffen, sowie die Federhochpolsterung. Hochpolster können als Fest- oder Kissenpolster ausgeführt werden.
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Art der Polsterung
• Vollpolstermöbel
Polstermöbel mit im Sitz, im Rücken und den Seitenteilen überpolstertem Gestell oder tragendem Unterbau.
• Polstermöbel mit sichtbarem Gestell
Das oberflächenbehandelte Gestell ist nicht bzw. nur teilweise überpolstert.
• Polsterstühle
Stühle mit überpolstertem Sitz und sichtbarem Gestell. Sitzmöbel mit Armlehne werden als Sessel bezeichnet.
• Möbel mit Polsterungen
Möbel mit Flächenpolsterung (z. B. Betthäupter, Schranktüren etc.).
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Art der Verwendung
• Polster-Sitzmöbel
Möbel mit gepolsterten Flächen, die in Abmessung und Form der Körperhaltung beim Sitzen angepasst sind.
• Polster-Liegemöbel
Möbel mit gepolsterten Flächen, die in Abmessung und Form der Körperhaltung beim Liegen angepasst sind.
• Gepolsterte Teile von Möbeln
Dazu zählen Armlehnen, Außenflächen, Betthäupter, Liegeflächen, Rückenflächen, Rückenkissen, Sitzflächen, Sitzkissen, Sockel, Türen etc.
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Zum Ausgleich letzter Unebenheiten des Abdeckpolsters bzw. der Feinabdeckung und zur gleichzeitigen Schonung der Unterseite des Möbelstoffes dient ein Abschlusspolster in Form einer Vlies- oder Mattenabdeckung.
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Posamenten
Fransen, Borten, Besätze, Gimpen, Galons, Kordeln, Quasten, Rosetten, Zierknöpfe und allerlei weiteres Flecht- und Schlungwerk werden überwiegend bei Stilmöbeln für Zier- und Besatzzwecke oder zum Verdecken von Nähten verwendet. Wie alte Reliefs mit reichem Borten-, Fransen- und Quastenschmuck an Kleidern und Möbeln zeigen, kam das Posamentiergewerbe schon im alten Ägypten zu hoher Blüte. Auch heute greift man bewusst auf Ornamente, wie z.B. Laufender Hund, Mäander, Eierstab etc. zurück, die bereits im klassischen Altertum zur Verzierung von Bändern, Borten und Besätzen dienten. Dennoch sind diese Artikel auch stark der Mode unterworfen, was eine ständige Weiterentwicklung des Designs erfordert, wie es z.B. an den Entwürfen namhafter Designer, wie Garouste, Bonetti oder Golin, erkennbar ist.
In der Posamenterie gibt es die folgenden Grundformen:
• Band
Glattes oder gemustertes Schmalgewebe mit festen Kanten. Hierzu zählen Lisier-, Moiré-, Naht- und Paspelband, Ripsband, Samtband, Schrägband, Taftband, Tresse. etc
• Borte
Aus verschiedensten Spinnstoffen auf Bandwebautomaten, Klöppel- oder Häkelgalonmaschinen hergestelltes, figürlich und/oder farblich gemustertes Schmalband, das aus Gimpen, Kordonnets oder Zwirnen mit mehr oder weniger großen Durchbrechungen hergestellt wird.
• Franse
Allen Fransen gemeinsam ist der Fransenkopf und der Fransenbart. Durch Veränderung des Fransenbartes lassen sich viele Formen ausbilden: z.B. Knüpf-, Kordonnet-, Kugel-, Netz-, Pompon-, Schnitt- bzw Boucléfranse, Stengelfranse (gedreht) etc.
• Keder
Zum Verdecken und Verzieren sichtbarer Nähte sowie zur Kantenverstärkung wird zwischen die zu verbindenden Bezugteile eine dünne Wulst, z.B. eine mit dem Bezugstoff umhüllte Kedereinlage oder ein Kontrastmaterial genäht. Keder stellen ein markantes Dekorationselement dar. Die Herstellung erfordert einen Spezialfuß an der Nähmaschine (Kederfüße, Kordelfüße).
• Kordel
In ihrer Art ist die Kordel verwandt mit der Schnur. Sie wird geflochten und besteht aus gegeneinander geführten Fadengruppen, welche rund, oval, quadratisch oder trapezförmig sein können.
• Schabracke
Glatt fallender unterer Abschluss eines Polstermöbels, meist verstärkt und gefüttert, mit etwa 2 cm Abstand zum Fußboden.
• Schnur
Als Schnur wird ein Fadenverband bezeichnet, der aus einzelnen Litzen besteht, die beim Zusammendrehen eine Zusatzdrehung erhalten, was man auch als Schnüren bezeichnet.
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