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Wohnen / Eiermann, Egon (1904 1970)

Beschreibung

Von 1923 bis 1927 studierte Egon Eiermann Architektur an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg bei Hans Poelzig, der während des Ersten Weltkriegs und kurz danach zu den genialsten Architekten des Expressionismus zählte. Eiermann galt als einer der besten Schüler Poelzigs und wurde aufgrund seiner besonderen Leistungen noch als junger Student 1925 in das Meisteratelier von Poelzig aufgenommen. Nach Abschluss des Studiums arbeitete Eiermann im Bauatelier des Warenhausunternehmens Karstadt in Hamburg und später bei den Berliner Elektrizitätswerken. Schon während der dreißiger Jahre des 20. Jhs. entwarf er in einem 1931 zusammen mit Fritz Jaenecke gegründeten Architektur-Büro zahlreiche Industrie- und Wohngebäude. Im Jahre 1947 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Architektur an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, wo er bis kurz vor seinem Tode tätig war. Große Anerkennung fand Eiermann in der Fachwelt für seine in Stahlskelettbauweise ausgeführten Industriebauten, die in den Jahren des Wiederaufbaus richtungweisend waren.

Mit Sep Ruf gestaltete er im Jahre 1958 für die Weltausstellung in Brüssel die aus acht transparenten Glaskuben bestehende Pavillongruppe für die Bundesrepublik Deutschland. Internationale Anerkennung gewann er mit zahlreichen bedeutenden Bauaufgaben im In- und Ausland, wie z.B. die Deutsche Botschaft in Washington (1959-1964), die er zusammen mit E. Brandl als terrassenförmige Anlage für 140 Angestellte gestaltete sowie das Abgeordneten-Hochhaus des Bundestages in Bonn, der sog. Lange Eugen (1965-1969). Mit dem Neubau der vom Krieg zerstörten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin (1959-1963) schuf Eiermann ein architektonisches Kunstwerk, das zu einem Symbol der Stadt wurde.

Mit zahlreichen avantgardistisch gestalteten Möbelentwürfen, die heute zu den Klassikern der Designgeschichte zählen, trat Egon Eiermann auch als einer der bedeutendsten deutschen Möbeldesigner der Nachkriegzeit hervor. Hierzu zählen u.a. der Korbsessel E 10 aus dem Jahr 1949, der Klappstuhl SE 18 (1952) aus Buchenformsperrholz, 1953 ausgezeichnet mit dem Good Design-Preis des Museums of Modern Art in New York oder das Eiermann-Tischgestell aus dem Jahr 1953, dessen Gestell universell eingesetzt werden kann.





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