Studie Bodenbelagsmarkt 2020

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Filzfabrik Fulda - Innovationskraft durch neue Techniken, Optiken, Farbgebungen

Filzfabrik Fulda: Komplettangebot in Nadelfilz

Für die Filz Fulda-Gruppe ist Martin Schäfer verantwortlich. Er hat die gesamten Filzaktivitäten in den vergangenen drei Jahren völlig umgebaut, reorganisiert, Standorte verlagert und erweitert und auch in neue Produkte wie neuartige Bodenbeläge investiert. Alles mit dem Ziel, neue Kunden, Märkte und Segmente zu erschließen und konsequent alle Wachstumschancen zu nutzen.

Der Filzbereich, heute als Nonwovens geführt, nahm stets eine wichtige Position innerhalb der Aktivitäten der Familie Wirth/Schäfer ein, nicht zuletzt deshalb, weil man hier eine führende Position bei Wollfilzen beansprucht. Aber auch ein Marktführer muss sich weiterentwickeln und den sich verändernden Marktbedingungen anpassen. Vor knapp drei Jahren übernahm Martin Schäfer das Ruder in der Filz-Fulda-Gruppe und hat sie seitdem konsequent und systematisch auf die Zukunft eingestellt. Das hat zum Teil gravierende Veränderungen mit sich gebracht.

In der neuen Konstellation fungiert die Filzfabrik Fulda GmbH & Co. KG als reine Produktionsgesellschaft. Die Filzfabrik Fulda GmbH wird zum 1. Januar 2004 als Vertriebsgesellschaft aktiviert. Hausschuh-Hersteller Laurin Fulda wurde in Laurin Tec umfirmiert, zog von Fulda ins 40 km entfernte Empfertshausen in Thüringen, und konfektioniert jetzt Filtermedien. Dazu wurde zum 1. Juni der komplette Schneid- und Stanzbereich zu Laurin Tec verlagert. Aus der Filzfabrik Schwabach wurde die MK Filze GmbH, der alte Standort in Schwabach aufgegeben und zum 1. Juli ein völlig neuer im bayrischen Spalt in Betrieb genommen.

"Der hohe Kostendruck am Markt fordert eine Verbesserung der logistischen Abläufe und eine Steigerung der Produktivität", begründet Schäfer die Maßnahmen. Dazu seien Investitionen in "Mensch und Technik " notwendig gewesen. In diesem Zusammenhang verwies er ausdrücklich darauf, dass man bewusst im Inland investiert haben: "Wir hätten unsere Produktion genausogut in den Osten verlagern können, haben aber klar und deutlich "Ja" zum Standort Deutschland gesagt. Denn wir sind überzeugt, dass der Standort Deutschland auch in Zukunft richtig ist - auch für die Textilindustrie."

Filz ist ein ausgesprochen vielseitiges Material, das für unterschiedlichste Anwendungszwecke einsetzbar ist Dementsprechend breit und tief ist das Sortiment der Filz Fulda-Gruppe. Insgesamt werden über 12.000 Einzelprodukte gefertigt - vom Deko-Filz über die Krageneinlage bis zum klassischen Nadelfilz-Bodenbelag.

Über die Bedeutung des Nadelfilz-Geschäftes hält man sich bedeckt. Weder Umsatz noch Absatz oder Produktionsmenge werden genannt - auch nicht vom Gesamtunternehmen. Die letzte uns bekannte Umsatzzahl stammt von 2000: Damals hatte die Filz Fulda-Gruppe 115,1 Mio. DM umgesetzt und dabei einen Gewinn von 4,2 Mio. DM erwirtschaftet. Zwei Drittel der Erlöse entfielen auf technische Filze, das restliche Drittel auf konsumnahe Produkte, zu denen auch Nadelfilz-Bodenbeläge gehören.

Filzfabrik Fulda GmbH & Co. KG
Geschäftsführer Martin Schäfer: "Wir haben in Mensch und Technik investiert und dabei klar und deutlich "Ja" zum Standort Deutschland gesagt. Wir glauben, dass der Standort Deutschland auch in Zukunft richtig ist - auch für die Textilindustrie."
Filzfabrik Fulda GmbH & Co. KG
Vertriebsleiter Roland Rembold: "Unser Programm wird sich ab 2004 aus Klassikern und aus Innovationen zusammensetzen, die neue Optiken und Farbgebungen zeigen und stark designorientiert sind."
Filzfabrik Fulda GmbH & Co. KG
Die Wirth Gruppe Fulda

Aus der ebenso umfangreichen wie vielfältigen Produkt-Palette resultieren enormes Know-How und Innovationskraft, die künftig noch stärker für Nadelfilz genutzt werden sollen. Sukzessiv soll die Kollektion mit Neuentwicklungen bereichert werden, ohne Bestseller wie Fulda Ment, Fulda Ment Flammé, Fulda Grip oder Fulda Rex zu vernachlässigen. So will man sich vom Wettbewerb absetzen und dem "ruinösen Preiskampf" auf dem schwierigen Markt die Stirn bieten.

"Unser Programm wird sich ab 2004 aus Klassikern und hauptsächlich aus Innovationen zusammensetzen, die neue Optiken und Farbgebungen zeigen und stark designorientiert sind", offenbart Vertriebsleiter Roland Rembold. Wobei "gemustert und designorientiert" bei der Filzfabrik "selbstverständlich fasergemustert bedeutet und nicht bedruckt". Ein Vertreter der neuen Nadelfilzgeneration ist die Objektqualität Fulda Chip, ein fasergemusterter Belag in eigenständiger Technologie, extrem robust, in neuen Farben, die mit bedeutenden Großhändlern, Objekteuren und Architekten abgestimmt wurden. Bei Kundentests ist dieser Artikel laut Rembold auf Anhieb auf "starke Resonanz" gestoßen.

Komplettiert wird das Produkt-Portfolio mit Uni-Nadelfilz, Faserkugeloptik, Badezimmer-Velouren, Tuftingfliesen und Abdeckmaterialien wie dem Malerabdecktuch und dem Renoviervlies.

Als besonderen Vorteil hebt Rembold nicht nur die Vielzahl an Produkten, sondern auch an Lieferformen hervor:
- Bahnenware zum Verkleben in 180 und 200 cm Breite, und SL in 160 cm,
- SL-Fliesen mit APO-Schwerbeschichtung in 50x50 cm und auf Wunsch auch in 60x60 cm,
- Platinen, SL , mit APO-Schwerbeschichtung in 100x100 cm, 100x200 cm und Sondermaßen auf Anfrage,
- Stanzlinge in 51x51 cm,
- Sonderfarben ab 1.000 qm und
- Badezimmerveloure als SL-Bahnenware in 160 cm Breite und 40x40 cm-Fliesen mit Latex-Waffelrücken.

Im Vertrieb pflegt die Filzfabrik weiterhin die enge Verbundenheit mit Großhandel und Fachhandel, will daneben aber auch das Objektgeschäft aufbauen. Dazu wird einerseits der Kontakt zu den ausführenden Organen wie Objekteuren und Bodenlegern gesucht, andererseits zu den Entscheidungsträgern wie Planern, Architekten, Investoren, Behörden und Ladenbau-Unternehmen.

aus BTH Heimtex 10/03 (Wirtschaft)