Studie Bodenbelagsmarkt 2020

LVT Special

Parkett Jahrbuch

Branchen-Planer

Artikel-Archiv


Von der Heydt-Museum

Rubens-Bilder vor Digitaldrucken von Erfurt


Das von der Heydt-Museum in Wuppertal hat rund 50 Werke des Künstlers Peter Paul Rubens aus aller Welt zusammengetragen, die in einem außergewöhnlichen Ausstellungskonzept präsentiert werden. Die Bilder hängen teilweise vor Wandflächen, die mit überdimensional großen Reproduktionen von Kupferstichen des Meisters und der für das 17. Jahrhundert typischen Wandbeläge tapeziert sind. Sie kommen vom Wuppertaler Unternehmen Erfurt & Sohn, das 400 m seiner glatten und strukturierten Vliesfasertapete mit den Motiven digital bedrucken ließ. So erleben die Ausstellungsbesucher, wie die im 17. Jahrhundert im europäischen Hochadel begehrten Bilder gehängt waren.

In der Ausstellung werden Rubens "Wildschweinjagd" und "Feldherr Ambrogio Spinola" vor einem digitalisierten Imitat einer Ledertapete gezeigt, während "Die "Allegorie der Guten Regierung" vor einem Wandbelag mit französischer Lilienornamentik hängt. Für den digitalen Druck der verklebten Vliestapeten mussten zunächst Daten genau erfasst werden. So erfolgte zum Beispiel die Reproduktion eines Kupferstichs durch abschnittweises Abfotografieren des Originals.

Die Dateien anderer Hintergrundmotive entstanden durch DAD-Grafikprogramme oder extrem hochauflösende Scans. In aufwändigen Printverfahren wurden die Daten auf Erfurt Vliesfaser appliziert. Das Anbringen der Reproduktionen an die Wand erfolgte wie bei herkömmlichen Vliestapeten sowohl in Wandklebetechnik als auch mit der Kleistermaschine.

Erfurt & Sohn KG
Die Originalwerke des Malers Peter Paul Rubens werden auf Digitaldurck-Rekonstruktionen zeitgenössischer Wandbeläge präsentiert, hier eine das Barock typische Ledertapete.
Erfurt & Sohn KG
Auch französische Lilienornamentik dient den Rubens-Bildern im Von der Heydt-Museum als Hintergrund.

Auf diese Weise sind mehrdimensionale Kunsträume entstanden. "Die Ausstellungswände sollten ähnlich Passepartouts frühbarocke Raumatmosphäre schaffen und für imposante Blickachsen sorgen. Aber auch eine geschichtliche Information der Betrachter und funktionale Raumgliederungen waren gefragt, so dass beispielsweise mehrere Besuchergruppen parallel geführt werden können", erklärt André Füsser, Projektleiter beim Büro für temporäre Architektur Ueberholz, das gemeinsam mit Erfurt und dem Museum das Konzept erarbeitet hat. Ziel war es, die Rubens-Werke nicht nur zu zeigen, sondern diese einzubetten in die Lebensstationen des politisch engagierten und einflussreichen Diplomaten.

Peter Paul Rubens wurde 1577 in Siegen geboren und starb 1640 im holländischen Antwerpen. Seine Werke sind von einer allegorischen Bildsprache mit mythologischer Symbolik geprägt.

aus BTH Heimtex 12/12 (Referenz)