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Aus der Praxis

Hohlstellen unter Bambusparkett

Nicht jeder "Fachmann" arbeitet sauber. Das mussten Besitzer einer Nürnberger Stadtvilla erkennen, die einen roten Fliesenboden mit mehrschichtigem Bambusparkett überdecken wollten. Nach wenigen Wochen waren Fugen entstanden, Hohlstellen zu hören und die Metallkanten einer Treppe lagen höher, als das darauf verlegte Parkett.

Eigentlich waren keine Probleme erwartet worden. Ein Schreinermeister hatten den Auftrag erhalten, den fernöstlichen Bodenbelag auf altem Spaltklinker im Obergeschoss, alten Anhydritestichen in Kinderzimmer, Schlafraum und Hausbüro, sowie auf neuem Estrich mit Fußbodenheizung im Wohnzimmer zu verlegen. Selbst die Einbeziehung einer freitragenden Metalltreppe stellte angeblich keine Erschwernis dar.

Bald nach Abschluss der Arbeiten kamen den Hausbesitzern Zweifel. Warum entstehen im Parkettboden im Längsbereich und an der Kopfnaht Fugen? Warum sind über die gesamte Fläche Hohlstellen festzustellen? Ist es normal, dass die Metallkanten der Treppe höher liegen als das Parkett?

Sechs Wochen nach der Verlegung machte sich ein Gutachter ans Werk. In der Küche im Obergeschoss ermittelte er durch Abklopfen allein 33 Hohlstellen auf einer Fläche von 25 qm. Die Ursachen waren schnell gefunden, nachdem der Boden in Teilbereichen aufgestemmt worden war. Zum einen war der alte Fliesenbelag nicht ausreichend mit Klebstoff benetzt worden, an anderen Stellen wiederum war er so uneben, das Parkett den Klebstoff nicht erreichen konnte. Hohlstellen waren so vorprogrammiert.

Teilbereiche des Fliesenuntergrundes waren ungleichmäßig
mit Kleber benetzt und zudem uneben.

Im fußbodenbeheizten Wohn-zimmer schloss der Gutachter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf Restfeuchte im neuen Estrich als Grund für die breiten Fugenbilder. Ein Heizprotokoll hatte dem Schreiner nicht vorgelegen. "So etwas kennen wir hier nicht", hieß es.

Schlichtweg schlampige Ausführung führte schließlich zu stolperträchtigen Metallkanten an den Treppenstufen. Hier hätten in jedem Fall Unterlagen oder andere Ausgleichsmaßnahmen eingesetzt werden müssen, um das Parkett auf das Niveau der Metallkante zu bringen.

aus ParkettMagazin 05/01 (Handwerk)