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Die Karelia Corporation ist fit für die Zukunft

"Die Qualität macht den Gewinner"


Die Karelia Corporation hat Eckpfeiler gesetzt: Qualität, Kostenführerschaft, die Eroberung neuer Märkte und unbedingte Gewinnorientierung sollen zu einer Größe verhelfen, die in die Lage versetzt, den Anforderungen an weltweit wachsende Märkte zu entsprechen. Mit diesem Ziel wurden in den letzten drei Jahren 36 Mio. EUR investiert, um die Parkettsparte mit den beiden Herstellern Karelia und Upofloor fit zu machen.

Seit Jahren befindet sich die finnische Karelia-Parkettindustrie in einem stetigen Wachstum. Die Übernahme des gut eingeführten Herstellers Upofloor ließ im Jahre 2000 die "Karelia Corporation" entstehen. Der Wille zur Leistung, in Finnland eine Art Nationalsport, dazu unablässige Investitionsanstrengungen und der Ruf untadeliger Qualität führten das Unternehmen unter die vier größten europäischen Parkettproduzenten.

Die Karelia Corporation mit Hauptsitz in Kuopio baute dort 1998 das Karelia-Mehrschichtparkettwerk. Inzwischen wurde es bereits fünf Mal erweitert. Die letzten Investitionen flossen in eine Produktionsstätte für die finnische Parkettlegende "Saima", in die Installation einer zweiten Produktionslinie für das Karelia-Mehrschichtparkett und in ein neues Verwaltungsgebäude. Das Gesamtunternehmen steht auf solider Basis, inhaltlich und formal klar strukturiert. Die Parkettmarken "Karelia" und "Upofloor" laufen parallel; jede trägt Verantwortung für ihre Produkte und ihr Image, ihre Märkte und ihre Kunden. Die Tochtergesellschaft der Karelia Corporation sind FinnWoodFloors Oy (FWF) und die Upofloor Oy. Beide entwickeln jeweils für ihren Zuständigkeitsbereich Marktstrategien und Investitionsplanungen. Die FinnWoodFloors Oy ist zuständig für den Sektor Holzfußböden mit den beiden Parkettmarken Karelia und Upofloor; die Upofloor Oy ist das Pendant für den gesonderten Produktsektor Vinyl-Fußbodenbeläge bei Upofloor.

Karelia betreibt Parkettfabriken in Tuupovaara und Kuopio, Upofloor Produktionsstätten in Nastola und Heinola (Parkett) sowie in Nokia und Ikaalinen (Vinylbodenbeläge). Dass den produzierenden Unternehmen innerhalb der neuen Konstruktion ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit belassen worden ist, sei "Ausdruck des Respekts vor gewachsenen Strukturen", unterstrichen Heikki Väänänen (Karelia-Gründer und Präsident der Karelia Corporation), Esko Teerikorpi (Gesamtgeschäftsführer der Karelia Corporation) sowie Exportdirektor Matti Kekäläinen im Gespräch mit dem ParkettMagazin.
36 Mio. EUR in drei Jahren investiert

Der Name "Karelia" wurde geboren im finnischen Karelien, im abgeschiedenen Tuupovaara unweit der russischen Grenze, wo 1992 die erste Produktionsstätte für das "Karelia"-Mehrschichtparkett entstand. Weil der Name eingängig und werbewirksam ist, war es sinnvoll, ihn auf das Gesamtunternehmen zu übertragen. Zudem steht Karelia für Qualität und eine überaus dynamische Entwicklung.

Älter als Karelia ist Upofloor. Gegründet 1955 als Hersteller von Vinylbodenbelägen, nahm Upofloor 1986 in Nastola die erste Parkettfabrik in Betrieb. 1991 kam das weitaus größere Werk in Heinola dazu. Als zeitweise größter finnischer Parketthersteller erwarb sich Upofloor internationale Reputation. Als Karelia und Upofloor 2000 zusammengeführt wurden, geschah dies nicht nur unter wirtschaftlichen, sondern auch nationalen Vorzeichen. Umgehend ging man daran, einen Beitrag zur weiteren Modernisierung und Stärkung der finnischen Wirtschaft, insbesondere der Holzwirtschaft, zu leisten: Seit dem Jahr 2000 bis heute - in nur drei Jahren - wurden 36 Millionen EUR in die Auf- und Nachrüstung der Produktionsstätten von Karelia und Upofloor investiert. Das entsprach mehr als 10 % des Netto-Umsatzes, den das Gesamtunternehmen in diesen drei Jahren erzielte. Staatliche Förderung - so wird von Unternehmensseite betont - habe es nur als Anschubhilfe in der Gründungsphase von Karelia Parkett gegeben.

Die vier Parkettfabriken verfügen über eine Gesamtkapazität von rund 6 Mio. qm. Die Fabriken, in denen Upofloor Vinylbodenbeläge herstellt, bringen es auf die gleiche Menge. Jedoch hat Parkett innerhalb der Karelia Corporation mit 74 % den deutlich höheren Anteil am wertmäßigen Umsatz. Hergestellt wird ausschließlich dreischichtiges Parkett. Das schließt Vielfalt nicht aus: Mehrschichtparkett von Karelia und Upofloor gibt es in vielen hundert Varianten - vom Saima-Designparkett bis zum Sportboden, von der klassischen Nut/Feder-Verbindung bis zur neuen Loc-Verriegelung. Und die Entwicklung geht weiter. Ambitionen in Richtung Zweischichtparkett sind aber, heißt es von Seiten der Karelia Corporation, "kein Thema".

"Die Zukunftsfähigkeit sichern"

Gegenwärtig sind die Unternehmensziele strategisch ausgerichtet: Die Karelia Corporation will neue Märkte erschließen und weiter wachsen. Zu den wichtigsten Leitlinien gehört Qualität als durchgängiges Prinzip in allen Bereichen. Das soll den Kundennutzen wahren und mehren. Kostenführerschaft und Expansion sollen der Karelia-Gruppe dazu solide Gewinne und damit Stabilität und Zukunftsfähigkeit sichern: "Die Qualität macht den Gewinner".

Karelia-Upofloor Oy
Heikki Väänänen, Gründer der Karelia-Parkettindustrie und heute Präsident der Karelia Corporation, drängt auf Größe und Stärke der Gruppe, um sie international durchsetzungsfähig und standfest zu machen.
Karelia-Upofloor Oy
Esko Teerikorpi begann als Upofloor-Geschäftsführer und leitet heute die Geschäfte der Karelia Corporation.
Karelia-Upofloor Oy
Matti Kekäläinen, Exportdirektor der Karelia Corporation, ist bestrebt, neue Märkte zu aktivieren - nicht nur in Europa.

Kundennutzen verbinden die Finnen mit langjährigen Partnerschaften: "Wir respektieren die Erwartungen und Anregungen unserer Kunden. Ihre Kenntnisse und Erfahrungen fließen in unsere Entscheidungen ein. Kreativ und innovativ zu sein, ist kein Selbstzweck. Innovationen sind dann interessant, wenn sie von unseren Partnern für erforderlich gehalten werden und wirklich gewollt sind", betont Esko Teerikorpi.

Als zunehmend harte Herausforderung erweist sich das Unternehmensziel, weitere Kostenvorteile herauszuarbeiten. Seitdem die am Jahresbeginn 2004 installierte zweite Produktionslinie in Kuopio im Vollbetrieb arbeitet, laufen beide Karelia-Werke rund um die Uhr. Hier, wie auch in den beiden Upofloor-Parkettfabriken, werden insbesondere Schiffsböden hergestellt, die mit derzeit rund 80 % den Löwenanteil an der Produktion haben und diesen - wie Esko Teerikorpi erwartet - "in absehbarer Zukunft auch halten werden". Dem scharfen Preiswettbewerb bei Schiffsböden sei mit der Kapazitätserweiterung und fortschreitender Rationalisierung in Kuopio Rechnung getragen worden. Zugleich wird eingeräumt, dass jegliche Rationalisierungsmöglichkeiten weitgehend ausgeschöpft seien.

Den Folgen der EU-Osterweiterung sieht man gelassen entgegen. Die Produktionskostenvorteile dort seien nicht so groß, wie vielfach angenommen werde. Zudem dauere es "noch eine Weile, bis das westliche Qualitätsniveau erreicht ist". Weitere Marktanteile will das Unternehmen nicht mit Niedrigpreisen um den Preis von Qualitätsverlust anstreben. "In den zurückliegenden 25 Jahren haben wir unsere Verantwortung darin gesehen, hochwertige Produkte herzustellen und eine solide Unternehmensbasis zu sichern. Im gegenwärtigen scharfen Preiswettbewerb erleben wir nun, dass uns der Respekt vor Qualität und Leistung nicht gänzlich versagt wird. Nicht alle sehen ausschließlich auf den Preis. Wir sind hinsichtlich unserer Qualität selbstbewusst und als Unternehmen stark, aber auch flexibel. Das gilt für alle unsere Tätigkeiten."

Mit Nachdruck unterstreicht Heikki Väänänen den Willen zu weiterem Wachstum und äußert sich überzeugt, dass sich neue Märkte auftun und schnell entwickeln werden - "in der Hand großer, durchsetzungsfähiger und marktbestimmender Unternehmen". Kleine und mittlere Mehrschichtparketthersteller, so glaubt Väänänen, werden an dieser Entwicklung nicht teilhaben: "Sie werden entweder eingehen oder sich spezialisieren müssen".

Fit für neue Märkte und neue Anforderungen

Neue Märkte zu erschließen, kann gleichbedeutend sein mit der Investition in spezielle Produktentwicklungen. Auf diese Weise konnte Japan zu einem interessanten Markt für die Karelia Corporation gemacht werden. Ähnlich gut sprechen Russland und USA auf die Bemühungen der Finnen an, Produkte bei Bedarf besonderen nationalen Erfordernissen anzupassen. Technologisch sind die Finnen geschult an vielen Extrembedingungen. So zwingt beispielsweise eine relative Außenluftfeuchte. von nur 20 % während der Wintermonate zu besonderem Aufwand während der Produktion. Im Karelia-Werk in Kuopio werden der Raumluft stündlich 600 l Wasser zugeführt.


Das Ziel, insbesondere mit Mehrschichtparkett in neue Märkte hinein zu wachsen, verfolgen Karelia und Upofloor in einigen Ländern bereits mit Erfolg. Bei einem Netto-Umsatz von 108 Mio. EUR im vergangenen Jahr entfielen auf Mitteleuropa 26 %, auf Skandinavien und Osteuropa jeweils 19 % und auf andere Exportländer zusammen 7 %. Stark exportorientiert, verfügen Karelia und Upofloor aber auch in Finnland über einen wachsenden Absatzmarkt. 26 % des gesamten Parkettumsatzes der Corporation werden hier erzielt. Bei den Vinylbodenbelägen ist Upofloor in Finnland marktbeherrschend und im Export - gestärkt durch Produktneuheiten - mit einem Anteil von 23 % entwicklungsfähig.

Aufmerksam beobachtet wird die Entwicklung der Vertriebsformen. In Kuopio sei man "sensibilisiert", gleichzeitig aber auch am Konsens mit den nationalen Vertriebspartnern interessiert. Grundsätzlich liege es im gemeinsamen Interesse, in allen Belangen "nicht hinterher zu hinken, sondern eine Führungsposition anzustreben und zu behaupten".

aus ParkettMagazin 02/04 (Wirtschaft)