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Deutsche Heimtextilienindustrie: Prognosen für 2013 fallen schwer

Den Kurs halten, aber flexibel reagieren können


2012 war kein leichtes Jahr und 2013 dürfte für die deutsche Heimtextilienindustrie nicht viel einfacher werden. BTH Heimtex hat die Anbieter nach einer Bilanz für die vergangenen zwölf Monate gefragt. Und wir wollten wissen, mit welcher Strategie sich die Firmen sich in einem nach wie vor unsicheren wirtschaftlichen Umfeld behaupten wollen.

Donata Apelt-Ihling, Apelt-Stoffe

In Deutschland, Österreich und der Schweiz war 2012 sehr gut. Dass letztlich nur ein kleines Plus herausgekommen ist, liegt an dem insgesamt rückläufigen Export. Frankreich ist für uns ein wichtiger Markt und der leidet nach den Wahlen unter anderem unter der Diskussion um die Reichensteuer. Der Verbraucher ist sehr sensibel und die vielen kleinen Händler reagieren sofort. Auch für 2013 erwarte ich keine nennenswerte Veränderung im Ausland, nicht einmal in Russland, wo die Oberschicht andere Dinge konsumiert als Stoffe. In diesem Umfeld ist es wichtig, flexibel zu sein. Wir haben daher 6 neue Webstühle gekauft, jetzt sind es insgesamt 23. Wir bleiben auf unseren Systemen, können jetzt aber andere Ketten einsetzen, was die Kollektion interessanter macht.

Burkhard Koop, Heco

Das vergangenen Jahr war insgesamt unter den schwierigen Rahmenbedingungen zufriedenstellend. Ich hoffe, dass 2013 genauso wird. Negative Berichterstattung in den Medien etwa über Opel in Bochum oder Kurzarbeit bei MAN merkt man sofort am Kaufverhalten der Verbraucher. Die Altersstruktur ist ein Problem in unserer Branche - es ist eine Herausforderung, junge Menschen für Stoff zu begeistern. Auch unsere Kunden müssen sich stetig verändern, durch ihr Geschäft mehr Stimmung schaffen, und natürlich ihr Handwerk verstehen.

Olaf Maier, Höpke

2012 war ein richtig gutes Jahr für Höpke. Wir schließen mit einem hohen einstelligen Plus und haben dabei in allen Sparten zugelegt, im Inland wie auch im Export. Frankreich ist verheißungsvoll gestartet. Hier kooperieren wir erfolgreich mit einem Großhändler. Insgesamt arbeiten wir immer internationaler, haben viele indische und asiatische Kunden. Ein Agent reist für uns in Japan, einer in Asien - das macht sich inzwischen bemerkbar. 2013 könnte noch besser werden. Unser Online-Shop läuft sehr gut; fast 30 % aller Bestellungen gehen inzwischen online ein.

Jan-Peter Büning, Horn

Nach einem guten Vorjahr mit Wachstum im Inland, vor allem durch digital bedruckte Flächenvorhänge und Verdunklungsstoffe, ist das erste Geschäftshalbjahr 2012/13 bei Horn schlecht gelaufen. Aber ich sehe Potential für die nächsten sechs Monate, weil wir eine gute Messe hatten. Europa ist unser Kernmarkt und da gibt es eine Zweiteilung: Skandinavien, Benelux, Österreich, Tschechien oder Russland sind stabil bis gut. Der Rest eher nicht. Hinsichtlich der Produkte wollen wir den Fokus noch stärker auf die Zusatzfunktionen der Stoffe lenken. Sie können mehr als "nur" dekorativ sein, beispielsweise vor Hitze oder Kälte schützen. Das Thema Energiesparen wird ohnehin immer wichtiger.

Claus Wölfel, Wölfel

Wir fahren einen Hochseedampfer, und bei dem darfst Du nicht wegen jeder Welle den Kurs ändern. Deshalb behält Wölfel seine Strategie bei: Wir arbeiten mit dem Fachhandel, mit dem Möbelhandel, mit den wichtigsten Abnehmergurppen zusammen. Dabei ist die eigene Produktion in Deutschland Gold wert, wegen der Qualität, der Zuverlässigkeit und der Lieferzeiten. Um Engpässe zu umschiffen, werden sogar Nachtschichten eingelegt. 2012 haben wir eine schwarze Null geschrieben und können damit sehr zufrieden sein, denn einige große Abnehmer im Ausland haben sehr geschwächelt. Aber durch andere konnten wir das ausgleichen. Das Inland war konstant, in einigen Bereichen gab es sogar ein kleines Plus. Neue Listungen bei Möblern lassen mich optimistisch ins Jahr 2013 gehen.

Hendrik Unland, Unland

Mit einem schönen Plus im einstelligen Prozentbereich sind wir für 2012 zufrieden. Sonnenschutz und Coupon waren im Plus, Stückware im Minus. Generell steht Sonnenschutz besser da als Stoff. Im Export sind wir sogar zweistellig gewachsen. Das liegt an einer neuen Vertriebsorganisation in den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Auch der Linzenzvertrag für Pierre Cardin in der Türkei läuft super. In Russland wird demnächst ein dortiger Hersteller mit eigenem Vertrieb die Unland-Kollektion mit vertreiben. Für dieses Jahr bin ich relativ optimistisch, weil die Projekte, die wir angeschoben haben, jetzt ins Rollen kommen. Für unseren Internet-Shop haben wir auf der Heimtextil fünf neue Verträge unterschrieben, die ersten sieben Firmen sind jetzt online.

Donata Apelt-Ihling, Apelt-Stoffe
Olaf Maier, Höpke
Claus Wölfel, Wölfel
Hendrik Unland, Unland
Georg Hünnemeyer, Indes Fuggerhaus
Günter Röllinghoff, Porschen

Dan Schmitz, Schmitz-Werke

Neben Russland, China und dem Mittleren Osten war Drapilux 2012 insbesondere in Skandinavien erfolgreich. Die Zuwächse in diesen Märkten konnten die Rückgänge in unseren Nachbarländern ausgleichen. 2013 könnte es wieder ein leichtes Plus geben, denn: 1. kann das südeuropäische Objektgeschäft nicht mehr viel schwächer werden, 2. haben wir außerhalb der Eurozone eine starke Basis für Wachstum, 3. werden das deutsche Objektgeschäft durch die neue Betreuung der Schlüsselkunden besser koordiniert und unsere Partner aus dem Fachhandel intensiver eingebunden und unterstützt. Zudem bringen wir für unsere Kernsegmente Healthcare und Hotellerie eine klassische Drapilux-Kollektion mit prägnanten textilen Strukturen heraus. Damit wollen wir unseren Vorsprung in diesem Bereich weiter ausbauen.

Claus Anstoetz, Jab Anstoetz

2012 war kein Einrichtungsjahr, aber für die Anstoetz-Gruppe insgesamt in Ordnung mit einem Plus von rund 5 %. Das resultiert aus den Bereichen Teppich und Polstermöbel, im textilen Bereich hat es einen leichten Rückgang gegeben. Italien und Spanien tun sich schwer, auch die Niederlande. Osteuropa, der Mittlere Osten und Asien laufen gut. 2013 wird wieder ein Jahr der Verdrängung. Weil der Markt wohl nicht wachsen wird, muss man besser sein als der Wettbewerb, etwa durch Partnerschaften und Konzepte wie House of Jab oder Shop-in-Shop. Gemeinsam mit unseren Kunden müssen wir unsere Zielgruppe in den Sparten Kultur und Sport erreichen - über das Golfturnier oder die Wagner Festspiele. Hinsichtlich der Produkte sind wir mit vielen Neuheiten bei Teppichen, Sonnenschutz und Stoffen gut aufgestellt.

Georg Hünnemeyer, Indes Fuggerhaus

Wir verbuchen 2012 ein Umsatzplus von etwa 6 %. Das Wachstum kommt aus Deutschland, aber auch aus Österreich und der Schweiz. Das fotografische Inszenieren unserer Neuheiten trägt jetzt Früchte. Und unser Kundenservice wird besser wahrgenommen als noch vor einigen Jahren, die neue Musterabteilung macht uns schneller und flexibler. Mit Produkten wie unsere Contzen-Kollektion oder der Publikumszeitschrift Living wollen wir dem Endverbraucher Lust auf Stoffe machen. Davon profitiert auch der Handel. Für 2013 kann ich mir weiteres Wachstum vorstellen, aber unsere Markenstrategie bleibt unverändert: Indes und Fuggerhaus bleiben unsere wichtigsten Marken. Homing als Fertigteilprogramm wird 2013 ausgebaut. FR-One für das Objekt und das neue Coupon- und Stückprogramm Label One runden unser Portfolio ab.

Alexander Albani, Albani

Wir hatten 2012 in Deutschland Wachstum im einstelligen Bereich, im Ausland war es ein kleines einstelliges Plus - wobei die deutschsprachigen Märkte insgesamt am besten laufen. Insgesamt sind wir mit Fertigware am erfolgreichsten. Aber wir pflegen auch die Meterware. Und mit der klaren Strategie, unser Fertigprogramm mit Kissen zu erweitern und das Aktionsgeschäft voranzutreiben, sind wir gut aufgestellt, selbst wenn 2013 noch schwieriger werden sollte als das Vorjahr.

Günter Röllinghoff, Porschen

Wir haben 2011 ein so gutes Plus erwirtschaftet, dass wir 2012 mit einem minimalen Minus gut leben können. Dass wir insgesamt gut abgeschnitten haben, ist den deutschen Kunden zu verdanken. Der Export spielt bei Porschen keine große Rolle und liegt nur bei 10 %. 2013 ist entscheidend, ob und wie sich die Eurokrise auf den deutschen Markt auswirkt. Aber so lange wir neue Ideen haben und Produkte bringen, mit denen unsere Kunden etwas anfangen können, sind wir auf der sicheren Seite.

aus BTH Heimtex 03/13 (Deko, Gardinen, Sonnenschutz)