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Görlitzer Synagoge zur Begegnungsstätte umgestaltet

Marmorveredelung Foerg & Weisheit siegreich


Der Bundesverband Estrich und Belag (BEB) hat den Deutschen Estrichpreis 2017 an das Unternehmen Marmorveredelung Foerg & Weisheit aus Niederwürschnitz (Sachsen) verliehen. Die Preisverleihung erfolgte während des Galaabends der Messe EPF in Feuchtwangen. Ausgezeichnet wurde die Umnutzung der Görlitzer Synagoge zu einer multifunktionalen Begegnungsstätte. Die von Wego Systembaustoffe gestiftete Auszeichnung ist mit einem
Preisgeld von 1.500 EUR dotiert, das für eine Betriebsfeier des Preisträgers gedacht ist.

Die Jury des Bundesverbands Estrich und Belag hat die aufwendige Ausführung eines Heizestrichs mit dem Deutschen Estrichpreis 2017 gewürdigt. In der historischen Görlitzer Synagoge hatte das Bauamt der Stadt zahlreiche Denkmalschutzvorgaben zu berücksichtigen: So musste die Optik des neuen Heizestrichs in dem Kuppelsaal an einen gesicherten Bestandsbelag angepasst werden. Eigens dafür erstellte der Verlegebetrieb mehr als 20 Handmuster, um die originale Terrazzo-Optik nachzuempfinden. Im Estrichmörtel kamen Zuschläge aus Splitt und Schmuckkorn zum Einsatz. Hierfür musste eine optimale Sieblinie gefunden werden, die neben den optischen Aspekten auch eine optimale Verarbeitung der monolithischen Estrichplatte gewährleisten sollte.

Für die endgültige Entscheidung über die optimale Zusammensetzung der Mischung verlegten die Estrichleger eine 17m2 große Musterfläche im ersten Obergeschoss der Frauenempore. Hier wurden die vorab berechneten Werte der Biegezug- und Druckfestigkeit bestätigt.

Um ein gleichbleibendes Mischungsverhältnis zu garantieren, wurde die Zuschlagskörnung für jede einzelne Mischung von 247 kg im Lager der Marmorveredelung Foerg & Weisheit in Stollberg vorgewogen und jeweils in Big-Bags verpackt. Die so vorkommissionierten Mischungen lieferte eine Spedition auf der Baustelle an. Den Zuschlag und das Bindemittel Rheorapid mischten die Estrichleger mit zwei Estrichpumpen. Durch den Einsatz eines Zwangsmischers erfolgte eine Homogenisierung und somit gleichbleibende Zusammensetzung der Mischung. Vom Zwangsmischer transportierten die Verarbeiter den Estrichmörtel mit Zweirad-Schubkarren zum Einbauort. Ein Wasser-Zementwert von ungefähr 0,38 sorgte für eine weichplastische Verarbeitbarkeit, sodass sich der Estrichmörtel leicht verdichten und verarbeiten ließ.

Ziel: Kreisrunde 280 m2
große Estrichplatte
im Kuppelsaal

Bis zum endgültigen Einbau der kreisrunden Estrichplatte im Kuppelsaal führten die Verarbeiter folgende Arbeitsschritte aus: Nach der Untergrundvorbereitung bauten sie einen Ausgleichsestrich ein, der auf eine gleichmäßige Höhe geschliffen wurde. Es folgte die Herstellung einer kreisrunden, überschleifbaren Bewegungsfuge mit einem Durchmesser von 19 m. Nachdem der Estrich in den Randbereichen eingebaut war, schloss sich der Einbau der monolithischen Estrichplatte ohne Unterbrechung an.

BEB Bundesverband Estrich und Belag e.V.
Ehrung auf dem Galaabend der Messe EPF: Der BEB-Vorsitzende Michael Schlag stellte das Siegerobjekt vor. Bauleiter Ronny Platzer von Preisträger
Marmorveredelung Foerg & Weisheit erhielt die Glückwünsche von Mark Hamori, Vorsitzender der Geschäftsführung Wego Systembaustoffe und Dirk Radomski, Marketingleiter Wego Systembaustoffe.
BEB Bundesverband Estrich und Belag e.V.
Das ausgezeichnete Objekt
Synagoge, Görlitz

Auftraggeber: Stadt Görlitz
Architekt: Ingenieurbüro Andreas Schmidt
Bauleitung:
Ronny Platzer, Marmorveredelung Foerg & Weisheit
Estricharbeiten:
Marmorveredelung Foerg & Weisheit,
Niederwürschnitz
Auftragsumfang des Preisträgers:
-Einschichtiger Aufbau eines Heizestrichs, 70 mm,
Terrazzo-Optik
-Berücksichtigung von Denkmalschutzvorgaben
-Größtmögliche Fläche ohne Fugen
-Einbau von radialen Fugen
-Einbau von Fußbodenheizung und Elektranten
-Rezeptur mit bestmöglicher Betonsieblinie
-Statische Bemessung der Estrichplatte
-Umstellung des Heizestrichs von Bauart C auf A
-Musterherstellung Terrazzo-Optik
-Untergrundvorbereitung des Rohbetonbodens
-Auftragen einer mineralischen Haftbrücke
-Ausgleichen des Untergrunds mit einem
Nivellierestrich
-Herstellung einer Hohlkehle für die Abdichtungsbahn
-Einbau eines Leichtestrichs als ebene Unterlage für die Fußbodenheizung
-Einbau des Zementestrichs CT 50 F5, Dicke 35 mm
-Herstellung von Bewegungsfugen
-Einbau eines einschichtigen Heizestrichs als
Terrazzomischung
-Bearbeitung im Diamantschliff
-Maschinelle Reinigung und Einpflege

Website des Objektes:
www.synagoge-goerlitz.de

Um aus der Estrichoberfläche eine Terrazzooptik zu machen, führten die Verarbeiter einen Diamantschliff durch. Dabei kamen Planetenkopf-Schleifmaschinen mit Diamantwerkzeugen zum Einsatz, die sich von groben Schleifstufen bis zu feineren wie K200 vorarbeiteten. Der nächste Arbeitsschritt war eine Spachtelung mittels mineralischer, farblich angepasster und vorgemischter Spachtelmasse, die durch Zugabe von Kunststoffen zur Mörtelverbesserung und Herstellung der optimalen Schleiffähigkeit diente. Die Oberfläche wurde mehrfach gespachtelt, um einen größtmöglichen Porenverschluss zu erzielen. Das 14-tägige Funktionsheizen führte zu keinerlei Spannungsrissen.

Nach der kompletten Austrocknung führten die Verarbeiter eine maschinelle Grundreinigung und anschließende Versiegelung der Oberfläche mit Obtego R400 durch. Dabei kamen Einscheibenmaschinen mit geeigneten Pads zum Einsatz.

Gewinner des Deutschen Estrichpreises
Marmorveredlung Foerg & Weisheit GmbH
Lichtensteiner Straße 64 09399 Niederwürschnitz
Tel.: 03 72 96 / 92 75 76 Fax: 03 72 96 / 92 75 78
www.marmorveredelung.de

Geschäftsführer: Lutz Weisheit
Bauleiter Estrich: Ronny Platzer
Leistungsangebot:
-Produktion, Verlegung, Schleifen und Aufarbeiten von Betonwerkstein
-Reinigen, Kristallisieren und Polieren sowie Schleifen von Steinbelägen
-Herstellen, Sanieren und Aufarbeiten von Terrazzo
-Schleifen, Versiegeln von Estrich und Gussasphalt

aus FussbodenTechnik 05/17 (Wirtschaft)