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Aufwind in den USA, Asien, der Schweiz und Norwegen

Weniger Volumen, aber mehr Umsatz


Bei Bauwerk Boen haben 2017 Effizienzmaßnahmen nachhaltig gegriffen: Bei leicht steigendem Umsatz konnte der Jahresüberschuss mehr als verdoppelt werden. 2018 will die Gruppe nach der 2017 erfolgten Produkt- und Marktkonsolidierung weiter im Umsatz und auch wieder im Absatz zulegen.

Die Bauwerk Boen Group zieht ein positives Fazit des Geschäftsjahres 2017: Effizienzsteigerungen, Preiserhöhungen zur Kompensation von steigenden Materialkosten, Produktmixverbesserungen zu höhermargigen Dielen und der Verzicht auf wenig rentable Geschäfte ließen zwar das Volumen schrumpfen, dafür den Umsatz und noch stärker den Ertrag steigen. Konkret ging der Absatz um 3,8 % auf 9,2 Mio. m2 zurück, der konsolidierte Nettoumsatz nahm um 2 % auf 285,1 Mio. CHF (238,5 Mio. EUR) zu. Das EBITDA konnte deutlich überproportional um 28 % auf 32,6 Mio. CHF verbessert werden, das Ergebnis hat sich mit 6,1 Mio. CHF (+ 127 %) sogar mehr als verdoppelt.

Europa im Plus, bis auf Deutschland
und Schweden

Die größten Zuwächse realisierte die Gruppe in Asien und den USA mit +10 % auf 23 Mio. CHF. Im anspruchsvollen Markt Schweiz wurde ein Plus von 1,6 % erzielt, auch Norwegen entwickelte sich "erfreulich". In Deutschland musste hingegen ein leichter Rückgang hingenommen werden, auch in Schweden waren die Erlöse rückläufig, weil Bauwerk Boen dort "hochvolumige Kundenbeziehungen mit geringerem Profit" zurückgefahren hat.

Zusätzliche Kapazitäten von über 1 Mio. m2

Bauwerk Boen AG
Bauwerk Boen 2017 in Zahlen

Die Investitionen beliefen sich im Berichtsjahr auf 21,5 Mio. CHF, von denen mit 13,3 Mio. EUR der Großteil in den Auf- und Ausbau des Zukaufs im kroatischen Durdevac flossen, der Rest in Automatisierungslösungen im litauischen Kietaviskes. Mit der neuen Fertigungsstätte gewinnt Bauwerk Boen über 1 Mio. m2 Kapazität und kann die derzeit überbeanspruchte Fertigung in Litauen auf einen effizienteren Betrieb zurückfahren. Der Standort Durdevac wurde am 24. Mai feierlich eingeweiht. Parkett Magazin war bei der Eröffnung vor Ort und berichtet darüber auf Seite 38.

Die Eigenkapitalquote per Stichtag hat sich weiter erhöht, auf 46,1 %. Die Bilanzsumme stieg ebenfalls, was einerseits Währungseffekten geschuldet sei, andererseits dem Aufbau der Parkettfabrik in Kroatien mit dem damit verbundenen Insourcing von Fertigungsschritten und dem daraus resultierenden Aufbau des Umlaufvermögens. Aus den Investitionen in Durdevac und Kietaviskes erwartet Bauwerk Boen nicht nur einen höheren Ausstoß, sondern auch Einsparungen durch Produktivitätssteigerungen. Schon 2017 gelang es, einen positiven Free Cash Flow von 3,1 Mio. CHF zu generieren, nach negativen 10,1 Mio. CHF im Jahr zuvor.

2018 sollen Umsatz und Volumen
gesteigert werden

Für das laufende Jahr ist die Konzernführung zuversichtlich, nach der 2017 erfolgten Konsolidierung von Produkten und Märkten auch im Parkettvolumen wieder auf Wachstumskurs zurückzukehren und den Umsatz auf mindestens 295 Mio. CHF steigern zu können. Auch seien die Voraussetzungen für weitere Ertragsverbesserungen geschaffen, heißt es. Konkret wird eine EBITDA-Marge von über 11 % angestrebt, obgleich man damit rechnet, dass sich die Materialkosten für Großformate weiter verteuern.

aus Parkett Magazin 04/18 (Wirtschaft)