Studie Bodenbelagsmarkt 2020

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Wohn-Lexikon

Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe

Beschreibung
Gardinenstoffe gehören zu den undichten, lichtdurchlässigen Textilien, deren charakteristisches Merkmal die den Fond bildenden bindungstechnisch erzeugten Öffnungen sind. Ihre Bedeutung läßt sich an der Vielfalt der Herstellungsverfahren ebenso erkennen wie an der wirtschaftlichen Entwicklung dieses Industriezweiges. Sie ist besonders geprägt durch die hochtechnisierten, schnelllaufenden Raschelmaschinen, begleitet durch die Entwicklung geeigneter Fasern und Filamente, wobei die Anforderungen an die späteren Gebrauchs- und Pflegeeigenschaften schon bei der Faserentwicklung berücksichtigt werden.

Gardinenstoffe können glatt oder gemustert sein, wobei die Musterung entweder direkt in einem Arbeitsgang mit der Herstellung der Grundware oder nachträglich durch zusätzliche Warenbehandlung in Form von Beflocken, Besticken, Bedrucken, Applizieren oder Ausbrennen einer Gardinengrundware erfolgt. Gardinenstoffe.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Anforderungsprofil

Beschreibung
Neben dem reinen Repräsentationswert sind weitere Vorzüge und damit ein hohes Anforderungsprofil erkennbar:

• gute Transparenz

• geschmeidiger Fall

• Lichtunempfindlichkeit

• leichte Montage

• Pflegeleichtigkeit

• Preiswürdigkeit sowie

• Zweckerfüllung.

Für den Einsatz der Gardine im Objektbereich (Büroräume, Hotels, Gaststätten, Krankenhäuser etc.) bestehen zur Vermeidung von Brandunfällen besonders hohe baupolizeiliche Auflagen. Sie muss schwerentflammbar im Sinne der Baunorm DIN 4102, B1 sein, ohne dass auf die Schönheit des Materials mit den geschätzten Eigenschaften verzichtet werden muss.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Eigenschaften

Beschreibung
Da der weitaus größte Teil der Gardinen aus Chemiefasern (Polyesterfasern) gefertigt ist, zeichnen sich moderne Gardinen durch folgende Eigenschaften aus:

• hohe Festigkeit (aufgrund feiner Ausspinnung und hoher Festigkeit der vorwiegend eingesetzten Polyester-Garne)

• hohe Formstabilität

• pflegeleicht (leicht und schnell waschbar, kurze Trocknungszeit, tropfnass aufzuhängen)

• hohe Lichtbeständigkeit (auch bei intensiver Sonneneinstrahlung bleibt der Weißgrad der Gardine erhalten)

• unempfindlich gegenüber UV-Strahlen

• knitterfest und bügelfrei.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Herstellung Bobinetgardinen

Beschreibung
Sehr aufwendige Klöppel- oder Netztechnik zur Herstellung von Tüllen, Spitzen, Netzen etc., die aufgrund ihrer Bindungsstruktur den Geflechten zuzuordnen ist. Es handelt sich um eine ganzflächig gemusterte Ware, deren Vielfalt in der Dessinierung nahezu unbegrenzt ist. Die Skala der Herstellung reicht von der Filigranspitze über strenge Grafikmuster bis hin zu Panneaux (Bildergardinen) etc., wobei die eingesetzten Rohstoffe (Baumwolle, Chemiefaser-garne, -filamente und Fasermischungen sowie die Garnkonstruktionen) eine qualitätsbestimmende Rolle spielen. Obwohl die Entwick-lung über die Technologie der Bobinet-Herstellung hinweggegangen ist, gibt es auch heute noch Bobinet-Webereien, die sich in Spezialbereichen und Marktnischen erfolgreich behaupten. Folgende Gardinen werden in dieser Technik hergestellt:

Tüll:

Leichtes, transparentes und ungemustertes Netzwerk, das nach dem Prinzip des Flechtens, Umzwirnens und Um-schlingens gefertigt wird. Benötigt werden zwei Fadensysteme, der Kettfaden und der Bobi-nen-faden. Letzterer wird in einer Scheibenspule (Bobinet) durch die Zwischenräume der senkrecht verlaufenden Kettfäden schräglaufend geführt und schlingt sich dabei um den Kettfaden. Durch das gegenläufige Wandern der Bobinen ergibt sich das charakteristische Fadenkreuz, das waben- oder rautenförmige Zellen zeigt. Es sind folgende Tüllarten zu nennen: Fein- oder Wabentüll, Erbstüll, Gittertüll und Florentiner-Tüll (bestickter Wabentüll). Neben anderen Fertigungstechni-ken für Tülle (durch Wirken auf der Raschelmaschine, Häkel-Tüll auf der Häkelgalon-maschine hergestellt oder auf der Kettenwirkmaschine als Kettstuhl-Tüll und Klöppel-Tüll auf der Spitzen-Klöppelmaschine gefertigt) gilt der Bobi-net-Tüll als echter Tüll, er ist absolut schiebefest und unbegrenzt vielfältig zu mustern.

Bobinet-Gardine:

Durchbrochen gemustertes textiles Flächengebilde, das im Gegensatz zu den Bobinettüllen aus mindestens drei Fadensystemen besteht, dem Kett-, Bobinet- und Musterfaden. Während sich die Kett- und Bobi-nenfäden miteinander verschlingen, haben die von der Jacquardmaschine kommenden Musterfäden die Aufgabe, unterschiedlich große und seitliche Legungen auszuführen. Gewebt wird nach drei unterschiedlichen Bindungs-techniken:

• Jacquard-Grundbindung:

Hierzu zählen Single-tie, Double-tie (werden für den Gardinenbereich kaum noch gefertigt), Double-action und Swiss. Der jacquardgesteuerte und seitlich geführte Spulfaden erzeugt sowohl die hohle Grundzelle als auch die dichten Musterflächen. Bei dem Single-tie erfolgt die Legung nur in einer Richtung, beim Double-tie in beide Richtungen. Double-action heißt soviel wie doppelte Bewegung, d.h. der Bindungsrapport macht zwei Jacquardbewegungen erforderlich. Es entstehen nebeneinander sowohl kräftige als auch zarte Musterflächen, wodurch der Gardinenstoff lebendiger wirkt. Noch stärker tritt diese Erscheinung beim Swiss hervor.

• Kombinationsbindung:

Größere Durchbrucheffekte werden durch die Kombinationsbindung erzielt. Dabei werden mehrere nebeneinander liegende Kettfäden einschließlich der Musterfäden zusammengefasst und zu sogen. Schnüren umschlungen. Es entstehen kräftige Stege, Rippen, Knoten, Rauten und andere Formen. Der spitzenartige Charakter dieser Stoffe tritt noch stärker hervor. Haupteinsatzgebiete sind Phantasietülle, Architektentülle und Strukturtülle. Gebräuchliche Kombina-tionsbindungen sind Double-tie-, Double-action-, Swiss- sowie die Kreuzgrund-Kombination.

• Schienen-Grundbindung:

Die Schienengrundbindung arbeitet neben dem Kett-, Bobinet- und Musterfaden noch mit einem vierten Faden-system, dem Grundfaden. Dieser wird über Exzenterscheiben getrennt gesteuert, was dessen seitlichen Versatz bewirkt. Unterschiedliche Dauer, Maße und Folge der Auslegung führen zu verschiedenen, aber regelmäßig gestal-teten Grundzellen, die in Form von Quadraten, Rechtecken, Sechsecken oder Kreuzen ausgebildet sein können. Die Ware wird als Filet- oder Quadratgrund, Everlasting oder Strichgrund, Kreuzgrund oder Swiss net bezeichnet. Durch diese Technik erhöht sich die Stabilität des Netzes wesentlich.


Bobinet-Spitze:

Auf der Bobinet-Spitzenmaschine gefertigte kleinrapportige, dichte Musterungen. Einsatz u.a. für hochwertige Stilgardinen. Eine Jacquardmaschine, die als Steuerungselement sowohl für die Führung der in Fadengruppen eingeteilten Kett- und zusätzlichen Musterfäden (Rollofäden) und deren seitliche Verschiebung verantwortlich ist, stellt das Herzstück der Maschine dar. Artikel wie Bobbin-fining-Spitzen, Valenciennes-Spitzen, Chantilly-Spitzen oder Centre-gimp-Spitzen sind heute kaum mehr bekannt. Ihre künstlerische Gestaltung zeigt eine enorme Vielfalt und Phantasie.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Herstellung Materialeinsatz

Beschreibung
Die Anforderungen an eine moderne Gardine werden durch ein reichhaltiges Faser- und Garnprogramm erfüllt:

Baumwolle

Früher wurden Gardinenstoffe nahezu ausschließlich aus Baumwolle gefertigt (herausragend dabei die Web- und Bobinetgardinen). Die Baumwolle wurde durch die Chemie-fasern weitgehend abgelöst, spielt aber in Nischenbereichen auch heute wieder eine Rolle, wenn auch die arbeitsaufwendigen Pflegeeigenschaften nicht mehr den zeitgemäßen Verbraucheranforderungen entsprechen.

Chemiefasern

Nahezu 90% der im Gardinenbereich verarbeiteten Fasern sind auf Basis Polyester gefertigt. Der Einsatz von PES-Garnen ergibt sich besonders wegen ihrer technologischen Eigenschaften, die im Gardinenbereich erwartet werden. Zu unterscheiden sind folgende Aufmachungsarten:

• Filament- bzw. Endlosgarne (glatt und texturiert). Sie werden eingesetzt, wenn glatte, transparente Waren-oberflächen verlangt werden. Es werden PES-Filament-Garne auf multifiler Basis verarbeitet, d.h. der Faden besteht aus vielen Einzelkapillaren. Bei flächendeckenden, voluminösen Gardinenformen (Fallblechmusterungen, Architektentüllen, Bordüren, Sockeln etc.) werden vorwiegend texturierte, gebauschte und thermostabilisierte Garne eingesetzt, um eine nicht gewünschte, hochelastische Dehnung abzufedern (Diolen®, Trevira® etc.).

• Spinnfasergarne in Form von Effektgarnen, Spinneffekten, Effektzwirnen und anderen Spezialgarnen für gemusterte bzw. Struktur-Gardinen.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Herstellung Netzgardinen

Beschreibung
Das Netz ist ein weitmaschiges, textiles Flächengebilde, das luftig gearbeitet und auf der Netzknüpfmaschine gefertigt wird. Im Gegensatz zu dem handgearbeiteten Netz, das durch fortlaufendes Verknoten nur eines Fadens mit Hilfe einer Filetnadel hergestellt wird, arbeitet die Netzknüpfmaschine mit zwei Fadensystemen. Eine Hälfte des Fadenmaterials wird auf Spulen gewickelt, die auf einem auf der Rückseite der Maschine befindlichen Spulenrahmen untergebracht sind. Das andere Fadensystem nehmen die in einer Reihe angeordneten Schiffchen auf. Beide Fadensysteme führen zu den Knüpfmechanismen und werden hier zum Knoten zusammengezogen. Man bezeichnet den Vorgang auch als Netzstricken. Das Charakteristikum von Netzgardinen sind stark hervortretende, festangezogene und nicht verschiebbare Knoten, daher hängt diese Ware sich auch nicht aus. Heute können Netze knotenlos auf der Raschelmaschine gefertigt werden.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Herstellung Sonstige Verfahren

Beschreibung
Bestickte Gardinen

Glatte Tülle, die auf der Stickmaschine in einem zusätzlichen Arbeitsgang bestickt werden, zählen als Florentinertülle noch immer zu den elegantesten und stilvollsten Gardinenstoffen. Charakteristisch bei der Maschinenstickerei ist die im Vergleich zur Handstickerei völlige Gleichmäßigkeit der Stiche und Motive. Sie kann im Einfaden- oder Zweifadensystem auf Kleinstickmaschinen oder Großstickautomaten hergestellt werden. Die Musterbildung erfolgt mit der automatischen Lochkartensteuerung, welche die Funktionen des Stickers übernimmt. In der modernen Fertigung wird überwiegend mit der Computertechnologie gearbeitet. Als Grundware können nahezu alle Stoffe, ob gewebt oder gewirkt, eingesetzt werden.

Beflockte Gardinen

Auf Gardinenfond mustermäßig aufgetragener Kunstharzkleber wird mittels eines elektrostatischen Verfahrens mit kurzstapligen PES-Fasern beflockt, die sich nach dem Trocknen vom glatten Fond als Musterfigur abheben .

Fadengardinen

Aus gehäkelten oder gewirkten Spinnfasergarnen (z.B. PES-Spinnfasergarn) wird eine Ware gefertigt, bei der die Fäden lose herunterhängen. Da zwischen den Fäden keine Querverbindung besteht, lässt sich der Store überall öffnen. Bezeichnung auch als Fadenstore.

Nähwirk-Gardinen

In der ehem. DDR entwickelte Nähwirktechnik zur Herstellung von textilen Flächengebilden, wie z.B. Inbetweens, Ausbrenner etc. Das Verfahren ist sehr materialintensiv, da mit drei Fadensystemen gearbeitet wird, wobei unverkreuzt vorgelegte Kett- und Schussfäden durch das dritte Fadensystem miteinander zu einem Flächengebilde vernäht werden. Die so hergestellten gewebeähnlichen Stoffe sind in der Herstellung sehr wirtschaftlich, bei Arbeitsgeschwindigkeiten von 1500 Umdrehungen pro Minute werden pro Stunde bis zu 350 qm Ware produziert. Das Verfahren eignet sich besonders für große Partien und wird sowohl im technischen Bereich wie auch als Druckgrundstoff für Gardinen eingesetzt, in entsprechender Rohstoffzusammensetzung und Fadendichte mit guter Schiebefestigkeit auch für Ausbrennermusterungen.

Ausbrenner (Dévorant)

Bei der Ausbrenner-Technik macht man sich das unterschiedliche chemische Verhalten von verschiedenen natürlichen und synthetischen Faserstoffen zunutze. Für die Herstellung von Ausbrenner-Gardinenstoffen werden vorwiegend Mischgewebe oder -gewirke aus Polyester/Zellulose verwendet. Das Durchbruchmuster, das später transparent erscheint, entsteht durch das mustermäßige Auftragen von Ätzflüssigkeiten oder durch Aufdruck von Reser-vierungs-chemikalien, wodurch der Zelluloseanteil ausgebrannt wird, während die resistente Chemiefaser bestehen bleibt. Haltbarkeit und Pflegeeigenschaften des Grundgewebes bleiben bei diesem Prozess voll erhalten. Durch diese Technik kann man reizvolle, großflächige Durchbrucheffekte erzielen, die besonders bei der Dekoration großer Fensterflächen eine repräsentative Wirkung haben.




Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Herstellung Verfahren

Beschreibung
Gardinen als Sammelbegriff für alle luftdurchlässigen, transparenten Stoffe für Fensterbehänge werden nach folgenden Verfahren hergestellt:

gewebt (Webgardinen)

geklöppelt (Bobinet-Gardinen)

geknotet (Filet- oder Netzgardine)

gewirkt (Kettenwirkware):
Raschelgardinen, Häkelgalongardinen (Nähwirktechnik)

sonstige Verfahren:
bestickt, beflockt, ausgebrannt (Ausbrenner) etc.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Herstellung Webgardinen

Beschreibung
Weben, das rechtwinklige Verkreuzen von Kett- und Schussfäden, hat auch im Gardinenbereich eine alte Tradition. Sie begann, als im 18. Jh. der Engländer Cartwright den mechanischen Webstuhl erfand. Dies führte zu einer enormen Aufwärtsentwicklung und Verfeinerung der technologischen Möglichkeiten in Produktion, Musterung und Rentabilität. So konnten auch gewebte Gardinen in größerem Umfang hergestellt und einer breiten Käuferschicht zugänglich gemacht werden. Große Produktivitätsfortschritte ergaben sich durch die schützenlosen Vollautomaten, die sich durch sehr hohe Tourenzahlen auszeichnen und wegen ihrer langen Laufzeiten außerordentlich rationell arbeiten. Folgende Bindungen und Konstruktionen sind zu nennen:

Batist:

Sehr feinfädiges, dichtes Material in Leinwandbindung, bei der sich Kett- und Schussfäden im rechten Winkel kreuzen.

Drehergewebe:

Durch eine spez. Vorrichtung an der Webmaschine wird mittels eines Drehergeschirrs die Richtung der Kette beim Webvorgang so geändert, dass die Dreherkette einmal links und ein anderes Mal rechts vom Stehfaden erscheint. Die Kette wird dabei durch Dreherlitzen geführt. Eine straffe Grund- oder Steherkette wird von einer locker eingestellten Dreherkette umschlungen, wobei diese durch die sogenannte Dreherlitze geführt und seitlich an der Grundkette vorbeigeführt wird. Hierbei wird der Schuss schiebefest eingebunden. Zu unterscheiden sind Halb-, Voll- und- Zwirndreher. Für den Einsatz hochwertiger Gardinen wird heute der dreherbindige, gazeartige, feinfädige Stoff fast nur noch aus PES-Garnen gefertigt. Bis zu 3000 Kettfäden/qm werden dafür benötigt. Eine optimale Standfestigkeit und geringe Knitteranfälligkeit erhält man durch das Hoch-drehen des Polyesterfadens auf ca. 1200 Umdrehungen/m. Erst danach er-folgt der Webprozess. Durch die an-schließende Ausrüstung erhält die Ware zusätzlich Geschmei-digkeit und einen fließenden Fall. Vom Schweizer Mar-quisette spricht man bei Verwendung feiner, hochgedrehter Mako-Baumwollzwirne.

Mull:

Sehr leicht eingestellte, wenig transparente Ware, ursprünglich mit weichgedrehtem Baumwollgarn (Mulegarn, daher der Name Mull) in Leinwandbindung gewebt, die heute vorwiegend aus Viskose- oder Polyesterspinnfasergarnen hergestellt wird. Tupfenmull wird mittels einer Brochierlade zusätzlich gemustert oder bestickt. Da dieser offene Schleierstoff sehr schiebeanfällig ist, wird er häufig noch zusätzlich appretiert.

Voile:

Halbdurchsichtiges, schleierartiges und leicht eingestelltes Gewebe aus ursprünglich hartgedrehten Baumwollgarnen, heute weitgehend aus Chemiefasern hergestellt. Die harte Garndrehung (900-1000 Touren/m) bewirkt eine Ware mit körnigem Griff bei guter Schiebefestigkeit. Man unterscheidet folgende Gewebekonstruktionen: Vollvoile (hochgedrehte Zwirne in Kette und Schuss), Halbvoile (nur mit Zwirnkette), Voile-Broché (zusätzlich eingewebte kleine Muster) und Voile-quadrille (quadratische Muster).



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Herstellung Wirkgardine

Darstellung
Gardinenstoffe Herstellung Wirkgardine
Karl Mayer - Textilmaschinenfabrik, Obertshausen
Beispiel einer Wirkgardine, die auf einer Jacquard-Gardinen-Raschelmaschine gefertigt wurde. Deutlich erkennbar sind die vermaschten Fäden zu sehen.


Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Herstellung Wirkgardinen

Beschreibung
Kettengewirkte Gardinen besitzen mit ca. 85% den größten Anteil an der Gardinen-Gesamtproduktion. Aufgrund ihrer Bindungskonstruktion besitzen sie eine sehr hohe und bessere Schiebefestigkeit als gewebte Gardinenstoffe. Sie werden auf Kettenwirkautomaten, Raschel- oder Häkelgalonmaschinen gefertigt, wobei die Rascheltechnik mit Abstand die größte Bedeutung besitzt, da auf diesen Maschinen alle Musterungs- und Warenarten hergestellt werden können.

Raschelgardinen

Raschel ist eine Spezialtechnik der Kettenwirkerei mit großer Variationsbreite für alle Musterungs- und Warenarten, die vor allem für durchbrochene und spitzenartige Gardinenstoffe eine große Marktbedeutung erreicht hat. Darüber hinaus ist es ein besonderer Vorteil dieser Gardinenstoffe, dass sie in beiden Richtungen absolut schiebefest sind. Raschelmaschinen arbeiten mit einer enorm hohen Produktionsgeschwindigkeit, was nicht allein auf die Konstruktion der Maschinen, sondern auch die besonderen Eigenschaften der Chemiefasern und neue Garn-Generationen, wie z.B. Polyester-Microgarne, zurückzuführen ist. Microgarne sind Filamentgarne mit einem sehr feinen Einzeltiterfilament im Garn, die trotz ihrer Feinheit (10.000 m wiegen 1 g) eine außerordentlich hohe Festigkeit besitzen und zu einem weicheren, fließenderen Fall und textilerem Griff führen.

Mit der Rascheltechnik lassen sich nahezu alle Stilrichtungen herstellen. Das Gardinenan-gebot reicht von feinen, dichten, glatten und gemusterten Gitterwaren und Tüllen bis hin zu schweren und offenen oder halbdichten Strukturdekorationen. Der Einsatz von bis zu 40 Musterlegebarren (Multibar) ermöglicht eine fast unbegrenzte Musterungsvielfalt. Die Fallblech-, Jacquard- und Magazinschuss-Technik sowie weitere Fadenelemente wie Stehfaden, Henkel und Flottung führen zu zusätzlichen Musterungsvarian-ten. Eine großflächige Musterung ist beispielsweise bei der Jacquard-Gardinen-Raschelmaschine theoretisch unbegrenzt möglich, und zwar sowohl für flache als auch erhabene Motive. Die Musterdaten für die Steuerung der Musterlegebarren werden entweder mechanisch über Kettenglie-der oder elektromechanisch über EDV-Kassetten übermittelt. Die Arbeitsbreiten betragen für ungemusterte Gardinen 5 bzw. 6 m und für glatte, gemusterte Gardinenstoffe bis zu 5 m.

Häkelgalon-Gardinen

In ihrer ursprünglichen Form war die Häkelgalonmaschine zur Herstellung schmaler Bänder, Fransen, Posamenten und Spitzen etc. bestimmt. Nach einer konstruktiven Umgestaltung wurde die Maschine seit etwa Mitte der 40er Jahre auch für die Herstellung von Gardinenstoffen eingesetzt. Sie gehört zu den Kettenwirkmaschinen mit drei Fadensystemen, die mit einem in Längsrichtung verlaufenden Kettsystem und dem hierzu quer verlaufenden Schuss arbeitet. Die Maschenbildung erfolgt durch waagerecht angeordnete Zungennadeln. Durch die Entwicklung der Raschel-Technik hat die Häkelgalon-Technik in der heutigen Zeit nur noch einen geringen Anteil an der Gesamt-Gardinenproduktion. Man setzt sie bevorzugt im gröberen Teilungsbereich ein. Der Bindungsvorgang ist im Prinzip der gleiche wie bei der Raschelmaschine, wodurch auch das Warenbild beider Gewirke im Wesentlichen übereinstimmt. Diese Gardinenstoffe zeichnen sich neben der für Kettengewirke typischen Schiebefestigkeit durch ein besonders klares Warenbild aus.




Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Herstellung Wirkgardinen Funktionsdarstellung

Darstellung
Gardinenstoffe Herstellung Wirkgardinen Funktionsdarstellung
SN-Verlag, Hamburg
Das zugrunde liegende Prinzip der Wirkmaschinen ist die Verarbeitung von Fäden zu Maschen, wie es beim handarbeitlichen Häkeln oder Stricken geschieht. Bei Kettengewirken werden die Maschen aber nicht mit einem Faden gebildet, sondern durch eine Vielzahl längs verlaufender und durch Legeschienen geführter Kettfäden, mindestens so viele Fäden, wie die Maschine Nadeln aufweist. Beim Wirkvorgang erfolgt die Fadenlegung nach dem abgebildeten Prinzip von Kette und Schuss.

Der in Längsrichtung verlaufende Kettfaden wird also mit Hilfe der Legeschiene (1) um die Nadel gelegt, so dass durch die Auf- und Abwärtsbewegung der Nadelbarre und die klappbare Zungennadel die Fadenschlinge zu einer Masche ausgebildet werden kann (Abb. a und b) Dieser Vorgang erfolgt kontinuierlich auf jeder einzelnen Nadel. Eine seitliche Verbindung mit den benachbarten Maschen besteht noch nicht, so dass noch keine textile Fläche entstehen kann. Dies wird erst möglich, wenn sich z.B. bei einer glatten, ungemuster-ten Storeware die Grundlegung Franse (Legeschiene 1) mit dem Schuss, der durch die Legeschiene 2 gebildet wird (Abb. c), verbindet.

• Abb, a = Die Nadelbarre bewegt sich auf und nieder, die Legeschiene mit der eingezogenen Kette (1) traversiert,

• Abb b = Darstellung der durch die Legeschiene (1) gebildeten Fadenkette in Fransenlegung,

• Abb. c = die Legeschiene (2) legt den Schußfaden.

Der Schuss stellt also die seitliche (traversierende) Verbindung zu den Kettfäden her. Eine nach dieser Legung hergestellte Storeware bezeichnet man als Schussfilet bzw. als Franse mit Schuss. Drei Legeschienen sind notwendig, wenn zwei Schussfäden gegenlegig arbeiten sollen, um eine zugfeste Ware zu erhalten; sie wird als Gegenschuss- oder Kreuzschusslegung bezeichnet.


Lexikon / Pflege Reinigung / Gardinenstoffe Pflegeempfehlungen

Beschreibung
Um Knick- und Knitterfalten zu vermeiden, werden Gardinen aus Chemiefasern erst kurz vor dem Waschen abgenommen. Metallteile, wie Röllchen, Ringe etc. und Bleibänder sollte man - soweit möglich - entfernen. Auch das Einschlagen von Rollringen in ein nichtfärbendes Tuch schützt Gardine und Ringe. Gardinen sollten nicht zu lange hängen, um einen zu hohen Verschmutzungsgrad (Soil) zu vermeiden.




Lexikon / Pflege Reinigung / Gardinenstoffe Pflegeempfehlungen

Tabelle
Gardinenstoffe Pflegeempfehlungen
ADO International AG, Aschendorf / Ems
Bei der Gardinenpflege empfiehlt sich in allen Fällen die genaue Beachtung der jeweiligen warentypischen Eigenschaften. Warentypische Eigenschaften


Lexikon / Pflege Reinigung / Gardinenstoffe Sonstiges Gardinenwäsche

Beschreibung
Maschinenwäsche

Bei Maschinenwäsche wird mit viel Wasser und einem geeigneten Spezialwaschmittel gewaschen, die Wassertemperatur be-trägt ca 30 C und das Waschprogramm (Schon- bzw. Feinwaschgang, wenn vorhanden Syn-thetik-Programm) richtet sich nach den Pflegesymbolen. Es ist darauf zu achten, dass die Maschine nicht überladen wird. Sie sollte nur bis zu einem Viertel der sonst üblichen Menge gefüllt werden. Das entspricht etwa 12 qm Gardine. Bei besonders stark verschmutzten Gardinen, beispielsweise durch Nikotin, empfiehlt sich eine Vorwäsche. Die Beladung der Maschine sollte ca. 1/4 der mögli-chen Kapazität haben. Nach dem Spülgang wird das Waschgut leicht angeschleudert und, um Knitter zu verhindern, sofort nass aufhängt, wobei der Fußboden mit Tüchern abgedeckt werden sollte. Pflegeempfehlungen sind in der Regel den Fertiggardinen als sogen. Verkaufshilfen beigegeben. Bei Handwäsche soll das Waschgut in reichlich Lauge häufig hin- und hergeschwenkt werden. Reiben, Zerren und Wringen sind zu vermeiden.

Gardinenbleiche

Zusätzlich zu den Gardinen-Waschmitteln können Bleichmittel auf Sauerstoffbasis zugegeben werden; sie sind umweltverträglich, lösen den Schmutz fasertief und geben der Gardine das frische Weiß zurück. Beispiel: Gardinen-Salz.

Gardinen-Waschmittel

Spezialwaschmittel lassen sich bei Gardinen aus Chemiefasern bereits bei Temperaturen von 30 Grad C anwenden. Diese Waschmittel haben ohne Phosphatzusatz ein gutes Pigmentschutzverhalten bei guter Weißkraft. Sie sind mit Gilbschutz und meist einem Duftstoff ausgestattet. Auf Weichspülmittel kann man bei diesen Waschmitteln verzich-ten. Handelsübliche Markennamen sind u.a.: Dato, Cardi, Gardinenneu, der Gardinenspezialist.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Sonstiges Musterzeichner

Darstellung
Gardinenstoffe Sonstiges Musterzeichner
Karl Mayer - Textilmaschinenfabrik, Obertshausen
Dessinateur (Musterzeichner) bei der Arbeit.
Heute ist diese Arbeit weitgehend durch die PC-Technologie abgelöst.


Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Sonstiges Qualitätsrichtlinien

Beschreibung
Bei Qualitäts- und Markengardinen werden von der Gardinenware Mindestwerte verlangt. Produktion und Fertigware werden dabei einer laufenden Prüfung und Kontrolle unterzogen. Die vorgegebenen Mindestwerte und Qualitätsstandards müssen objektiv nachprüfbar sein. U.a. werden folgende Prüfungen vorgenommen: Anrauchtest, Krumpfwerte, Lichtechtheit (Sollwert zwischen Noten 5-7), Markenfasern, Nassknitterverhalten, Schiebefestigkeit, Soil release (Fleckschutzausrüstung mit Fluorverbindung).



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Sonstiges Warengewicht

Tabelle
Gardinenstoffe Sonstiges Warengewicht
SN-Verlag, Hamburg
Bei vergleichbarer Musterung dürfte in der Einordnung das Warengewicht entscheidend sein.

Die in der Tabelle angegebenen Gewichte können als Anhaltspunkt dienen.




Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Sonstiges Warentypische Erscheinungen

Beschreibung
Umfassende Informationen zu dem jeweiligen Material hinsichtlich Rohstoffen, Herstellungstechnik und Eigenschaften gehören zu einerr qualifizierten Beratung eines Kunden. Darüber hinaus besteht eine Pflicht zur Aufklärung über die spezifischen Eigenschaften, durch die das Aussehen des Materials im Gebrauch verändert wird, besonders bei Produkten, die in Material und/oder Herstellungstechnik neu sind. Der Bundesverband der vereidigten Sachverständigen für Raum und Ausstattung hat den Inhalt des Begriffes Warentypische Eigenschaften wie folgt definiert:

Eine warentypische Eigenschaft ist kein Mangel, sondern eine unbeeinflussbare Eigen-schaft, die produktionsbedingt ist und aufgrund der Herstellungstechnik, Warenkonstruktion und Materialzusammensetzung entsteht.

Sofern es aufgrund einer warentypischen Eigenschaft zu einer Reklamation kommt, ist der Verkäufer bzw. der verarbeitende Handwerker nur dann vor Ersatzansprüchen des Verbrauchers geschützt, wenn er nachweisen kann, dass er den Kunden über diese Eigenschaft des Materials aufgeklärt hat.

In allen Fällen empfiehlt sich die genaue Beachtung der jeweiligen Pflegeempfehlung.


Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Technologie

Beschreibung
Die Bedeutung der Gardine läßt sich an der Vielfalt der Herstellungsverfahren ebenso erkennen wie an der wirtschaftlichen Entwicklung dieses Industriezweiges. Sie ist besonders geprägt durch die hochtechnisierten, schnelllaufenden Raschelmaschinen, begleitet durch die Entwicklung geeigneter Fasern und Filamente, wobei die Anfor-derungen an die späteren Gebrauchs- und Pflegeeigenschaften schon bei der Faserentwicklung berücksichtigt werden.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Veredlung Färberei Druckerei Ausrüstung

Beschreibung
Färberei

Vor dem Färbevorgang wird die Rohware vorbereitet, d.h. sie wird vorgewaschen, gebleicht, optisch aufgehellt und ggf. stabilisiert. In der folgenden Arbeitsstufe erfolgt die Weißwaren-, Ecrue- oder die Farbwarenvered-lung. Gefärbt wird in der Regel auf Hochtemperatur(HT)-Färbemaschinen. Dieses sind geschlossene Färbeapparate, die eine wesentliche Energie- und Wassereinsparung zulassen und das Färben über Kochtemperatur ermöglichen. Der Grad der Pigmentbinder und Färbereihilfsmittel beeinflusst Steifheit und Griff der Ware. Die richtige Fixiertemperatur ist wesentlicher Bestandteil der Ausrüstung, wodurch Formbeständigkeit und Gebrauchswert erreicht werden. Färbereikunde.

Druckerei

Als Grundware für das Bedrucken können Gewebe oder Gewirke zum Einsatz kommen. Es gibt eine Reihe von Druck-Verfahren, die eingesetzt werden: Direktdruck, Transferdruck, Kettdruck, Devorant Druck u.a.

Ausrüstung u.a.

• Mattglanz (durch Einlagerung von Pigmenten in die Faser).

• Weißgrad-Erhöhung (erfolgt durch Zusatz eines Optischen Aufhellers).

• Anti-soiling-Ausrüstung (erfolgt, um einer Verschmutzung entgegenzuwirken).



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Warenangebot Ajour Gewebe

Beschreibung
frz. ajouré = durchbrochen gearbeitet Gewebe mit einer feinfädigen, durchbrochenen Musterung als Durchbrucheffekte, die durch Dreher- oder Scheindreherbindung erzielt werden. Dadurch entsteht eine hohlsaumartige, stickereiähnliche Musterung.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Warenangebot Architektentüll

Beschreibung
Großmaschiger Tüll mit phantasievollen Musterungen, auch Grobtüll genannt. Der Charakter dieser Tülle liegt im groben Aufbau seiner unterschiedlichen, großflächigen und meist streng geometrischen Durchbrechungen, wobei sich quadratische, rechteckige, rautenförmige, wabenförmige oder rundliche Durchbrechungen in gleichmäßiger oder verschiedener Form wiederholen oder wechseln. Beim Bobinettüll sind meist vier und mehr Kettfäden zusammengefasst und in Verbindung mit dem Bobinenfaden alle 1-2 Zoll gitterartig miteinander verbunden. Diese Ware wird heute fast ausschließlich auf Raschelmaschinen gefertigt.




Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Warenangebot Ätzspitze

Beschreibung
Nachbildung einer Spitze durch Stickerei. Der zunächst für das notwendige Sticken benötigte Stickgrund wird nach dem Besticken weggeätzt, so dass nur noch die Stickarbeit erhalten bleibt. Das Ergebnis ähnelt der alten Brüsseler- oder venezianischen Spitze und wird auch als Guipure- oder Luftspitze bezeichnet, d.h. Spitze ohne Grund. Vorwiegend eingesetzt als Sockel oder Bordüren. Diese aufwendig hergestellten Spitzen sind entsprechend teuer und kommen nur noch selten in den Handel.




Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Warenangebot Ausbrenner

Beschreibung
(Dévorant) Diese gemusterten Web- oder Wirkstoffe mit ihren transparenten und dichten Flächenanteilen gehören in die Gruppe der Inbetweens (dazwischen), sind also sowohl Gardine als auch Dekorationsstoff. Bei der Ausbrenner-Technik macht man sich das unterschiedliche chemische Verhalten von verschiedenen natürlichen und synthetischen Faserstoffen zunutze. Für die Herstellung von Ausbrenner-Gardinenstoffen werden vorwiegend Mischgewebe oder -gewirke aus Polyester/Zellulose verwendet. Das Durchbruchmuster, das später transparent erscheint, entsteht durch das mustermäßige Auftragen von Ätzflüssigkeiten oder durch Aufdruck von Reservierungschemikalien, wodurch der Zelluloseanteil ausgebrannt wird, während die resistente Chemiefaser bestehen bleibt. Haltbarkeit und Pflegeeigenschaften des Grundgewebes bleiben bei diesem Prozess voll erhalten. Durch diese Technik kann man reizvolle, großflächige Durchbrucheffekte erzielen, die besonders bei der Dekoration großer Fensterflächen eine repräsentative Wirkung haben.




Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Warenangebot Bagdad

Beschreibung
Ein sehr leichtes, schleierartiges Gewebe in Leinwandbindung mit hoher Transparenz, in dessen Grund dicke, farbige Broché- oder Lanzierschüsse eingearbeitet sind. Die Schiebefestigkeit ist geringer als beim sonst ähnlichen Madras, das in Dreherbindung gewebt ist.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Warenangebot Batist

Beschreibung
Sehr feinfädiges und dichtes, leinwandbindiges Material aus Baumwolle, Polyester, Seide, Viskose oder Mischgarnen, das entweder weiß, stückgefärbt oder bedruckt in den Handel kommt.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Warenangebot Beflockte Gardinen

Beschreibung
Auf einen Gardinenfond, meist feinporiges Material, wird mustermäßig ein Kunstharzkleber aufgetragen. Dieser wird mittels eines elektrostatischen Verfahrens mit kurzstapligen Polyester-Fasern beflockt, die sich nach dem Trocknen und Fixieren mit dem Trägermaterial fest verbunden haben und sich vom glatten Fond als reliefartig erhabene Musterfigur abheben. Die Dessinierungen sind je nach Anforderung wasch- und reinigungsbeständig. In jedem Falle sind die Pflegeempfehlungen des Herstellers zu beachten.



Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Warenangebot Bobinet Spitzen

Beschreibung
Auf der Bobinet-Spitzenmaschine gefertigte kleinrapportige, dichte Musterungen. Bei Nachahmung der besonders zarten, von Hand gefertigten Spitzen kommt vorwiegend die Bobbin-fining-Bindungstechnik zur Anwendung. Einsatz u.a. für sehr hochwertige Stilgardinen oder Sockel mit hervorragenden Nachbildungen heute kaum mehr bekannter Artikel, wie Bobbin-fining-Spitzen, Valenciennes-, Chantilly- oder Centre-gimp-Spitzen.




Lexikon / Gardinenstoffe / Gardinenstoffe Warenangebot Bobinet Tüll

Beschreibung
Leichtes, transparentes und ungemustertes Netzwerk, das nach dem Prinzip des Flechtens, Umzwirnens und Umschlingens gefertigt wird. Benötigt werden zwei Fadensysteme, der Kettfaden und der Bobi-nenfaden. Letzterer wird in einer Scheibenspule (Bobinet) durch die Zwischenräume der senkrecht verlaufenden Kettfäden schräglaufend geführt und schlingt sich dabei um den Kettfaden. Durch das gegenläufige Wandern der Bobinen ergibt sich das charakteristische Fadenkreuz, das waben- oder rautenförmige Zellen zeigt. Je nach Form und Bindungsstruktur der Durchbrechungen entstehen folgende Tüllarten: Fein- oder Wabentüll mit bienenwabenförmiger Zellenstruktur, Erbstüll, dessen sechseckige Lochform sich mehr dem Kreis nähert, Gittertüll mit einer viereckigen Zellenform und Twisttüll, der eine rautenförmige Form hat. Neben anderen Fertigungstechni-ken für Tülle, durch Wirken auf der Raschelmaschine, Häkel-Tüll auf der Häkelgalon-maschine hergestellt oder auf der Kettenwirkmaschine als Kettstuhl-Tüll und Klöppel-Tüll auf der Spitzen-Klöppelmaschine gefertigt, gilt der Bobi-net-Tüll als echter Tüll, er ist absolut schiebefest und unbegrenzt vielfältig zu mustern. Tüll.